Nvidia Aktie: 200 Milliarden Dollar CPU-Markt im Visier

Nvidia meldet Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar und kündigt den Einstieg in den CPU-Markt an. Die Aktie reagiert verhalten.

Nvidia Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt auf 81,6 Milliarden Dollar
  • Einstieg in den CPU-Markt angekündigt
  • Aktienrückkauf um 80 Milliarden aufgestockt
  • Networking-Geschäft verdreifacht sich

Rekordumsatz, volle Auftragsbücher und doch ein Kursminus. Nvidia hat die Zahlen für das erste Fiskalquartal vorgelegt – und präsentiert sich als Unternehmen im Umbruch. Der Chipkonzern treibt die Transformation vom Grafikspezialisten zur breiten Computing-Plattform massiv voran.

Rekordzahlen dank Networking-Boom

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal auf 81,6 Milliarden Dollar – ein Plus von 85 Prozent zum Vorjahr. Damit übertraf Nvidia die eigene Prognose von 78 Milliarden Dollar deutlich. Der Gewinn je Aktie legte um 140 Prozent auf 1,87 Dollar zu und lag über den Analystenerwartungen von 1,76 Dollar.

Besonders stark wuchs das Datacenter-Segment. Es steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 92 Prozent. Innerhalb dieses Bereichs hat sich das Networking-Geschäft verdreifacht und macht nun fast ein Fünftel des Datacenter-Umsatzes aus. Nvidia nennt diesen Ansatz „Full-Stack AI Factory“ – der Kunde bekommt nicht nur Chips, sondern die komplette Infrastruktur.

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Angriff auf den CPU-Markt

Die zentrale strategische Weichenstellung: Nvidia will sich als globaler CPU-Anbieter etablieren. CEO Jensen Huang bezifferte den adressierbaren Markt für die neue Vera-Plattform auf 200 Milliarden Dollar. Analysten trauen dem Konzern bereits 2026 CPU-Erlöse von 20 Milliarden Dollar zu.

Huang spricht von einer „parabolischen“ Nachfrage nach KI-Infrastruktur. „Agentic AI“, also selbstständig handelnde KI-Systeme, sei nun Realität. Die kommende Vera-Rubin-Architektur soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden. Allerdings deutete Huang bereits Lieferengpässe an – die Nachfrage nach Spitzenchips übertreffe das Angebot. Kumuliert erwartet Nvidia bis Ende 2027 einen KI-Investitionsbedarf von einer Billion Dollar.

Neustrukturierung mit Signalwirkung

Ein wichtiger Einschnitt: Nvidia hat die getrennte Ausweisung seiner Grafikchip-Umsätze gestrichen. Die traditionellen Segmente Gaming und RTX Pro wurden in die neue Sparte „Edge Computing“ integriert. Der Schritt unterstreicht, dass Künstliche Intelligenz für den Konzern Priorität hat – vor Consumer-Hardware. Das Edge-Computing-Geschäft erzielte im Quartal 6,4 Milliarden Dollar Umsatz.

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Die regionale Verschiebung ist ebenfalls deutlich. Nach strikten Exportbeschränkungen fielen die Einnahmen aus China für High-End-Hopper-Chips auf null. Diese Lücke kompensierte vor allem die Nachfrage aus „Souveränen KI“-Projekten, die im laufenden Jahr über 30 Milliarden Dollar beitragen sollen. Auch die Hyperscaler-Cloud-Anbieter steigerten ihre Ausgaben um 115 Prozent.

Milliarden-Rückkauf bei schwachem Kurs

Trotz der Rekordzahlen gab die Aktie am Tag nach der Veröffentlichung um rund 1,8 Prozent nach. Am Freitag notiert das Papier bei 190,34 Euro – ein leichtes Plus von 0,78 Prozent zum Vortag, aber rund fünf Prozent unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 201,05 Euro. Analysten führen die verhaltene Reaktion vor allem auf extrem hohe Erwartungen und das schwierige Makro-Umfeld mit zehnjährigen Treasury-Renditen von 4,62 Prozent zurück.

Der Konzern nutzt seine enorme Cash-Generierung: Bei einem freien Cashflow von 48,6 Milliarden Dollar im Quartal stockte der Vorstand das Aktienrückkauf-Programm um weitere 80 Milliarden Dollar auf. Die Gesamtermächtigung liegt nun bei rund 120 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende stieg auf 0,25 Dollar je Aktie. Die Bank of America hob das Kursziel auf 350 Dollar an, Morningstar sieht den fairen Wert bei 280 Dollar. Für das zweite Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar – und bleibt damit auf Rekordkurs.

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