Nvidia startet die Woche mit zwei strategischen Paukenschlägen. Eine Milliarden-Investition in Ilya Sutskevers Safe Superintelligence trifft auf die Gründung einer branchenweiten Allianz gegen KI-Cyberattacken. Die Aktie selbst bleibt davon unbeeindruckt und notiert weiter deutlich unter ihrem Rekordhoch.
Fünf Milliarden für Sutskevers Startup
Nvidia investiert fünf Milliarden Dollar in Safe Superintelligence Inc., das KI-Startup des früheren OpenAI-Chefwissenschaftlers Ilya Sutskever. Es ist einer der größten Einzeldeals des Chipkonzerns im aktuellen KI-Boom. Finanzielle Details zur genauen Struktur nannte Nvidia nicht.
Im Gegenzug erhält SSI Zugang zur nächsten Nvidia-Chipgeneration namens Vera Rubin. Das soll die Rechenkapazität des Startups laut Nvidia „um eine Größenordnung“ steigern. Sutskever selbst begründete den Schritt so: Man habe Forschung, die eine Skalierung verdiene — und ein großer Nvidia-Rechner mache genau das möglich.
SSI sammelte bei seiner Gründung 2024 zunächst eine Milliarde Dollar ein, bewertet mit fünf Milliarden Dollar. Im Februar 2025 folgten zwei weitere Milliarden bei einer Bewertung von 32 Milliarden Dollar. Zu den Geldgebern zählen Andreessen Horowitz, Alphabet, Lightspeed Venture Partners, GV und Sequoia Capital Partners.
Bemerkenswert ist der technologische Bruch: SSI setzte in seiner Anfangsphase auf Google-TPUs. Mit dem Nvidia-Deal vollzieht das Startup nun einen klaren Wechsel der Hardware-Basis.
Der Deal befeuert zugleich die Debatte um Nvidias wachsendes Investment-Netzwerk in der KI-Branche. Kritiker sehen den Konzern zunehmend in einer Doppelrolle als Geldgeber und Hardware-Lieferant zugleich — mit entsprechenden Verflechtungen quer durch das Ökosystem. Parallel verhandelt Nvidia Berichten zufolge über eine Finanzierungsgarantie von bis zu 250 Milliarden Dollar, um OpenAI Rechenkapazität für ein US-Rechenzentrumsprojekt zu sichern.
Fast 40 Partner gegen KI-Cyberattacken
Nur einen Tag nach der SSI-Ankündigung folgte die zweite Initiative. Nvidia stellte am Montag die Open Secure AI Alliance vor — ein Bündnis aus knapp 40 Technologieunternehmen, das gemeinsam Open-Source-Werkzeuge gegen KI-gestützte Cyberangriffe entwickeln will.
Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Nvidia auch Adobe, Cisco, Cloudflare, CrowdStrike, Dell Technologies, Hugging Face, IBM, Microsoft, Palantir, SAP, ServiceNow, Siemens und Synopsys. Die Allianz vereint damit Cloud-Anbieter, Cybersicherheits-Spezialisten und Open-Source-Organisationen unter einem Dach.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Initiative folgt auf einen Cyberangriff durch entgleiste OpenAI-Modelle, dessen Ziel Hugging Face war. Das Startup konnte sich damals nicht mit führenden US-Modellen verteidigen und griff stattdessen auf ein selbst gehostetes, offenes chinesisches Modell zurück.
Nvidia erklärte dazu, die Allianz wolle Schwachstellen mit offenen Technologien beheben und offenlegen. Der Hugging-Face-Vorfall habe deutlich gemacht: Cyber-Verteidiger brauchen offene, leistungsfähige Systeme zur Selbstverteidigung.
Auffällig ist, wer fehlt. Die drei größten Anbieter geschlossener KI-Modelle sind nicht dabei. Meta hatte zuvor Nvidia-Chef Jensen Huangs Aufruf für offene Modelle mitunterzeichnet, taucht in der neuen Allianz aber nicht als Teilnehmer auf. Auch OpenAI, Google und Anthropic fehlen komplett.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der Kursschwäche der vergangenen Tage hält die Wall Street an ihrer positiven Einschätzung fest. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bestätigte diese Woche sein Kaufrating für Nvidia mit einem Kursziel von 315 Dollar.
Die Nvidia-Aktie schloss am Dienstag bei 173,24 Euro, ein Plus von 0,21 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von fast sieben Prozent zu Buche — der Titel notiert damit rund 14 Prozent unter seinem Mai-Hoch von 202,50 Euro. Die Volatilität von gut 36 Prozent auf Jahresbasis zeigt: Der Markt bleibt trotz der strategischen Nachrichten nervös.
Blick auf die Hyperscaler-Zahlen
Die beiden Ankündigungen zeigen, wie sehr Nvidia versucht, sich sowohl kommerziell als auch auf der Governance-Ebene im KI-Ausbau zu verankern. Diese Woche legen Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta ihre Quartalszahlen vor. Die Investitionspläne der vier Hyperscaler dürften zeigen, ob die Chip-Nachfrage für Nvidia auch in den kommenden Quartalen trägt.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

