Nvidia verkauft seine begehrten KI-Chips nicht mehr nur. Der Tech-Gigant verlangt jetzt eine direkte Beteiligung an den laufenden Einnahmen seiner Kunden. Dieser radikale Umbau des Geschäftsmodells trifft auf einen nervösen Markt. Die Aktie gibt am Donnerstag um zwei Prozent auf 170,20 Euro nach.
Anteil am Cloud-Geschäft
Das neue Konzept läuft unter dem Namen „KI-Fabriken“. Bisher dominierte der klassische Hardware-Verkauf. Jetzt stellt Nvidia spezialisierten Cloud-Anbietern Chips und Kredite zur Verfügung. Im Gegenzug kassiert der Konzern einen Teil der dauerhaften Cloud-Einnahmen. Das Ziel: stetige Einnahmen aus dem weltweiten Infrastruktur-Ausbau.
Zu den ersten Partnern zählen Sharon AI und Firmus Technologies. Sharon AI baut in Australien ein neues Rechenzentrum. Dort installiert das Unternehmen bis Mitte 2027 über 55.000 Grafikprozessoren der neuen Blackwell-Generation.
Parallel dazu errichtet Firmus in Indonesien einen massiven Campus. Diese Anlage soll künftig bis zu 170.000 Prozessoren fassen. Solche Partnerschaften erleichtern Start-ups den Zugang zu enormer Rechenleistung.
Meta sorgt für Beben
Der Vorstoß fällt in eine turbulente Woche. Berichten zufolge plant Meta den Verkauf eigener überschüssiger Rechenkapazitäten. Eine neue Einheit namens „Meta Compute“ soll dieses Geschäft künftig steuern.
Diese Konkurrenzangst traf asiatische Chiphersteller am Donnerstag hart. Die Papiere von SK Hynix brachen um 14 Prozent ein. Samsung verlor rund neun Prozent. Auch Cloud-Anbieter wie CoreWeave verzeichneten deutliche Verluste.
Nvidia stützt sich derweil auf sein wachsendes Ökosystem. Der Konzern baut seine Beteiligungen an privaten KI-Firmen konsequent aus. Im April kletterte der Wert dieses Portfolios auf 42,3 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor lag die Summe bei lediglich 3,4 Milliarden Dollar.
Personalwechsel und Prognose
Für die globale Umsetzung der neuen Strategie tauscht Nvidia das Führungspersonal. Nicholas Parker übernimmt im August die weltweite Vertriebsleitung. Er kommt nach 26 Jahren von Microsoft. Der Manager erhält laut Pflichtmitteilung ein Aktienpaket von 35 Millionen Dollar.
Auf dem Weg in das zweite Quartal bleibt das Management ehrgeizig. Nvidia peilt einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an. Dabei kalkuliert das Unternehmen wegen bestehender Handelsbeschränkungen strikt ohne Einnahmen aus China.
Trotz des aktuellen Kursrutschs hält die Aktie ein Jahresplus von gut fünf Prozent. Der Kurs pendelt derzeit um 170 Euro. Damit verteidigt das Papier den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 164,11 Euro. Hält diese Unterstützung, sichert das den langfristigen Aufwärtstrend.
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