150 Milliarden Dollar pro Jahr – das ist die Summe, die Nvidia-CEO Jensen Huang für Taiwan versprochen hat. Der Standort soll zum „Epizentrum der KI-Revolution“ werden. Am 27. Mai 2026 kündigte Huang die gewaltige Investitionsoffensive an.
Das Herzstück: Nvidia Constellation
Das neue Taiwan-Hauptquartier trägt den Namen „Nvidia Constellation“. Es entsteht im Beitou-Shilin Science Park in Taipeh. Die Fläche: rund 700.000 Quadratmeter. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, die Fertigstellung für 2030.
Parallel dazu wächst die Belegschaft massiv. Statt bisher 1.000 sollen künftig 4.000 Mitarbeiter in Taiwan arbeiten. Ziel ist eine noch engere Zusammenarbeit mit den zentralen Partnern – TSMC, Foxconn, Wistron und Quanta Computer. Branchendaten zufolge steuert Nvidia darauf zu, TSMCs größter Kunde zu werden und Apple bei den Bestellvolumina zu überholen.
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Software-Umstellung nach zwei Jahrzehnten
Gleichzeitig vollzieht Nvidia einen tiefgreifenden Wechsel in der Software. Mit dem Treiber-Update 610.47 WHQL vom 26. Mai beginnt der Konzern, die klassische Nvidia Systemsteuerung nach 20 Jahren in Rente zu schicken.
Alle Funktionen – 3D-Einstellungen, Overclocking, RTX-Features – wandern in die zentrale Nvidia App. Die alte Steuerung bleibt vorerst im Microsoft Store verfügbar, erhält aber keine neuen Funktionen oder Fehlerbehebungen mehr. Bei Neuinstallationen der aktuellen Treiber fehlt sie standardmäßig.
Rekordzahlen und Analysten-Blicke
Die strategischen Schritte folgen auf ein außergewöhnliches Quartal. Nvidia erzielte im ersten Fiskalquartal 2027 (Ende April 2026) Erlöse von 81,6 Milliarden Dollar. Das sind 85 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 75,2 Milliarden Dollar bleibt das Data-Center-Segment der dominierende Treiber.
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Die Analysten reagieren positiv. Rothschild & Co Redburn hob das Kursziel auf 300 Dollar, Tigress Financial sogar auf 425 Dollar. Beide verweisen auf die „parabolische“ Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Die Aktie selbst steht bei rund 213 Dollar – etwa zehn Prozent unter dem Allzeithoch von 236,54 Dollar. Sinkende Renditen und Branchenrotation setzen zuletzt unter Druck.
Milliarden-Rückkauf und Produkt-Pipeline
Für das zweite Fiskalquartal 2027 rechnet Nvidia mit rund 91 Milliarden Dollar Umsatz. Die nächste Architektur „Vera Rubin“ soll ab dem dritten Quartal erste Auslieferungen sehen.
Um die enorme Liquidität zu nutzen – allein der freie Cashflow betrug zuletzt 48,6 Milliarden Dollar – stockt der Vorstand die Aktienrückkäufe um 80 Milliarden Dollar auf. Die Quartalsdividende steigt auf 0,25 Dollar je Aktie. Einschränkungen gibt es nur im Chinamarkt, wo Exportkontrollen greifen. Die globale Nachfrage der Hyperscaler nach den Blackwell- und Rubin-Plattformen übersteigt indes das Angebot weiterhin.
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