Nvidia meldet der US-Börsenaufsicht eine gewachsene Beteiligung an einem wichtigen Cloud-Partner. Die Aktie reagiert am Dienstag mit einem Kursplus von 2,10 Prozent auf 181,88 Euro. Der eigentliche Kursgewinner des Tages sitzt aber woanders: bei Nebius.
Neuer Blick auf die Nebius-Position
Am 20. Juli hat Nvidia in einer Schedule-13G-Meldung eine Beteiligung von 9,3 Prozent an der AI-Cloud-Firma Nebius offengelegt. Das entspricht 22,26 Millionen Aktien. Ursprung der Position ist eine Zwei-Milliarden-Dollar-Investition, mit der Nvidia den Ausbau der Nebius-Rechenzentren unterstützt hatte.
Die Nachricht bewegte vor allem die Nebius-Aktie. Sie legte im vorbörslichen Handel am Dienstag um 7 Prozent zu.
Wichtig für das Verständnis der Meldung: Ein Großteil der Position ist kein frisches Kapital. Von den 22,26 Millionen Aktien stammen 1,19 Millionen aus früheren 13F-Meldungen. Die restlichen 21,07 Millionen Aktien resultieren aus einem vorausbezahlten Warrant. Dieser Warrant bleibt bis zum 11. September gesperrt. Weil er aber innerhalb von 60 Tagen nach dem 13. Juli ausgeübt werden kann, müssen die Aufsichtsbehörden ihn dennoch der wirtschaftlichen Eigentümerschaft zurechnen. Das erklärt den Sprung der ausgewiesenen Quote von rund 8,3 Prozent im März auf jetzt 9,3 Prozent.
Ein Muster mit System
Die Nebius-Beteiligung ist kein Einzelfall. Nvidia hat ähnlich große Investitionen quer durch die KI-Lieferkette gestreut, darunter einen separaten Zwei-Milliarden-Dollar-Deal mit Marvell Technology sowie Beteiligungen an Synopsys, CoreWeave, Coherent und Lumentum.
Die mit Abstand größte Einzelinvestition ging an OpenAI. Im Februar 2026 schloss Nvidia eine Beteiligung über 30 Milliarden Dollar ab, eingebettet in eine Finanzierungsrunde von rund 110 Milliarden Dollar. Das war deutlich weniger als der ursprünglich im September angekündigte Rahmen von bis zu 100 Milliarden Dollar.
Ein weiterer, kleinerer Deal betraf einen Konkurrenten: Im November 2025 kündigten Nvidia und Microsoft an, gemeinsam bis zu 15 Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren — Nvidia bis zu 10 Milliarden, Microsoft bis zu 5 Milliarden Dollar. Im Gegenzug verpflichtete sich Anthropic, Azure-Rechenleistung im Wert von 30 Milliarden Dollar abzunehmen.
Nvidia-CEO Jensen Huang deutete wenige Wochen nach Abschluss der OpenAI-Runde an, dass die Investitionsserie in diese beiden Labore auslaufen könnte. Die 30-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI könnte „das letzte Mal“ gewesen sein, sagte Huang mit Blick auf den geplanten Börsengang des Startups. Auch das Engagement bei Anthropic dürfte demnach nicht wiederholt werden.
Bei Nebius steckt hinter der Beteiligung noch ein handfestes Geschäftsinteresse. Meta hat im März eine langfristige Vereinbarung unterzeichnet, um bis zu 27 Milliarden Dollar in die KI-Infrastruktur von Nebius zu investieren. Nebius ist auf GPU-intensive Workloads spezialisiert — Nvidia tritt hier gleichzeitig als Hardwarelieferant und als Miteigentümer auf.
Neue Chipgeneration nimmt Fahrt auf
Parallel zur Nebius-Meldung kamen positive Signale zur nächsten Chipgeneration. Nvidia-Vizepräsident Ian Buck erklärte, Computersysteme auf Basis der neuen Vera-Rubin-Technologie seien bereits an große KI-Firmen ausgeliefert worden und stünden kurz vor dem produktiven Einsatz. Nvidia sieht darin einen weiteren Baustein, um die eigene Führungsposition in der Branche zu festigen.
Charttechnisches Bild
Die Aktie notiert derzeit rund 10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das sie am 14. Mai erreicht hatte. Der RSI von 53,5 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13,48 Prozent zu Buche, auf Zwölf-Monats-Sicht sind es 27,85 Prozent.
Die Nebius-Offenlegung zeigt, wie stark Nvidia mittlerweile Beteiligungen mit Kunden- und Lieferantenbeziehungen im KI-Ausbau verknüpft. Die kurzfristige Marktreaktion konzentriert sich vor allem auf Nebius, da die Warrant-Aktien bis September gesperrt bleiben. Für Nvidia selbst unterstreicht die Meldung vor allem die Breite des eigenen Engagements im KI-Infrastruktur-Ökosystem.
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