Palantir und Nvidia wollen ihre Technologien enger verzahnen. Dabei geht es nicht nur darum, Nvidia Prozessoren in Rechenzentren zu installieren. Palantirs Software soll mit Nvidia Hardware und Modellen zu einer Plattform verbunden werden, auf der Unternehmen rechenintensive Anwendungen entwickeln und betreiben können. Für Nvidia erweitert das den Wettbewerb von einzelnen Chips auf ein größeres technisches Ökosystem. Hardware bleibt die wirtschaftliche Grundlage, doch Softwareintegration kann dafür sorgen, dass Kunden länger auf derselben Infrastruktur bleiben.

Der Ausbau kommt in einer Phase enormen Wachstums. Nvidia erzielte zuletzt 96,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz und stellte für die folgende Periode rund 108 Milliarden Dollar in Aussicht. Das wären 11,8 Milliarden Dollar mehr. Der Aktienkurs nimmt weitere Expansion vorweg. Zuletzt schaffte Nvidia nun ein neues Allzeithoch bei ca. 203 Euro.

Die Börsen belohnen den sehr guten Aufschlag des CEO

Vorstandschef Jensen Huang legt die Messlatte noch höher. Er rechnet damit, dass Nvidia im kommenden Jahr ungefähr doppelt so viele Chips verkaufen kann. Diese Aussage betrifft Stückzahlen und darf nicht automatisch als Prognose einer Umsatzverdopplung verstanden werden. Für den finanziellen Effekt spielen Verkaufspreise und Produktmix ebenso eine Rolle wie die Kosten. Hinzu kommt die Frage, wie schnell Kunden zusätzliche Rechenzentren bauen und auslasten können.

Die Palantir Kooperation adressiert dabei einen wichtigen Punkt. Je mehr produktive Anwendungen auf Nvidia Infrastruktur laufen, desto leichter lässt sich die enorme neu installierte Rechenkapazität wirtschaftlich nutzen. Eine Verdopplung der Chipmenge braucht schließlich nicht nur Fabriken und Lieferketten. Sie braucht genügend Anwendungen, die diese zusätzliche Leistung tatsächlich benötigen.