Nvidia-Aktien fallen an diesem Mittwoch um 1,72 Prozent auf 172,20 Euro. Der Kurs liegt damit fast 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro. Während der Kurzfristchart schwächelt, baut der Chipkonzern sein Geschäft mit staatlichen und regulierten Kunden massiv aus.
Palantir-Allianz zielt auf US-Regierung
Am 29. Juni 2026 haben Nvidia und Palantir Technologies offiziell eine strategische Initiative gestartet. Ziel ist der Aufbau sicherer, souveräner KI-Infrastruktur für US-Behörden und kritische Industrien. Im Zentrum steht die Integration von Nvidias offenen Nemotron-Modellen in Palantirs KI-Plattform AIP.
Die Lösung ist für abgeschottete, klassifizierte Umgebungen konzipiert. Behörden können damit KI-Modelle auf höchstem Niveau betreiben, ohne sich mit öffentlichen Netzwerken zu verbinden. Sensible Daten und Modellgewichte bleiben vollständig unter Kontrolle der jeweiligen Behörde. Analysten werten den Schritt als deutliche Erweiterung von Nvidias Absatzmarkt in stark regulierte Bereiche des öffentlichen Sektors.
Vera Rubin startet, Auftragsbuch wächst auf Billionen-Niveau
Parallel zur Palantir-Kooperation treibt Nvidia seine nächste Chip-Generation voran. Die Vera-Rubin-Plattform lief am 1. Juni 2026 in die volle Produktion. Erste Auslieferungen an große Cloud-Partner wie AWS, Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle Cloud starten im Herbst.
Die neuen GPUs nutzen HBM4-Speicher mit einer Bandbreite von rund 22 Terabyte pro Sekunde. Das ist dreimal so viel wie bei der Vorgänger-Generation Blackwell. CEO Jensen Huang bezeichnet diesen Leistungssprung als zentralen Baustein der sogenannten „AI Factory“-Ära.
Laut aktuellen Branchenberichten sitzt Nvidia für die Jahre 2026 und 2027 auf einem kombinierten Auftragspolster für Blackwell und Vera Rubin von schätzungsweise einer Billion Dollar. Diese Zahl liefert dem Konzern eine ungewöhnlich lange Sichtbarkeit auf künftige Umsätze.
Sommerflaute trifft solide Fundamentaldaten
Der aktuelle Kursrückgang passt in ein breiteres Bild. Nvidia-Aktien haben in den vergangenen 30 Tagen fast 11 Prozent verloren. Anleger rotierten zuletzt verstärkt in Speicher- und Optik-Zulieferer, die ihnen attraktiver bewertet erschienen.
Die operativen Zahlen stützen diese Sorge bislang nicht. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 meldete Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein das Rechenzentrumsgeschäft steuerte davon 75,2 Milliarden Dollar bei.
Trotz der jüngsten Schwäche notiert die Aktie noch immer 32,4 Prozent über ihrem Tief vom Juli 2025 und liegt knapp 5 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 43 deutet auf keine überverkaufte Situation hin, sondern eher auf eine Konsolidierung nach starkem Lauf.
Infrastruktur-Ausbau als zweite Schiene
Nvidia investiert nicht nur in Chipdesign, sondern auch in den physischen Aufbau der KI-Infrastruktur. Partner erweitern derzeit spezialisierte Anlagen für Strom- und Kühlungsbedarf von Hochleistungs-GPU-Clustern.
Ein Beispiel: Partner Coherent hat kürzlich den Spatenstich für eine Werkserweiterung in Sherman, Texas, gesetzt. Dort entsteht eine Großproduktion für Indiumphosphid-Komponenten. Diese sind essenziell für die sogenannten Co-Packaged Optics, die in kommenden AI-Server-Racks zum Einsatz kommen.
Der nächste konkrete Termin für Anleger ist der 26. August 2026. Dann legt Nvidia nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Im Fokus werden Fortschritte bei den HBM4-Lieferengpässen stehen sowie erste finanzielle Effekte aus der Vera-Rubin-Produktion.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 1. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

