Nvidia hat zum Wochenauftakt ein deutliches Signal gesetzt. Die Aktie schloss den Montaghandel mit einem Plus von 2,96 % bei 179,56 Euro ab und näherte sich damit erneut wichtigen charttechnischen Marken. Rückenwind erhält der KI-Chipkonzern weiterhin von der ungebrochen hohen Nachfrage nach Rechenzentrums-Hardware, während Investoren zunehmend auch die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in den Blick nehmen.

Nvidia: OpenAI weiterhin brisant!

Besonders aufmerksam verfolgt der Markt derzeit Berichte über mögliche milliardenschwere Finanzierungsgarantien für OpenAI. Im Zusammenhang mit dem geplanten KI-Campus in Piketon im US-Bundesstaat Ohio könnte Nvidia erstmals nicht nur als Hardwarelieferant, sondern auch als finanzieller Garant auftreten. Ein solcher Schritt würde die enge Bindung zu wichtigen Kunden weiter stärken, gleichzeitig aber neue Kreditrisiken außerhalb des traditionellen Chipgeschäfts mit sich bringen.

Unabhängig davon bleibt die realwirtschaftliche Entwicklung rasant. Die großen Cloud-Anbieter investieren weiterhin massiv in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur und sorgen damit für eine anhaltend starke Nachfrage nach Nvidias Produkten. Die gesamte Branche der Großen soll 800 Mrd. Dollar investieren.

Gleichzeitig treibt der Konzern die Entwicklung der nächsten Plattformgeneration Vera Rubin voran und plant für die zweite Jahreshälfte den Produktionsstart neuer Co-Packaged-Optics-Komponenten. Beides gilt als wichtiger Baustein, um den technologischen Vorsprung auch in den kommenden Jahren zu behaupten. Zusätzliches Interesse richtet sich auf mögliche Preisanpassungen bei Blackwell-GPUs sowie älteren Grafikkartenserien. Hintergrund sind steigende Kosten für DRAM- und GDDR-Speicher, die nach Einschätzung von Branchenbeobachtern zunehmend an die Kunden weitergegeben werden. Die höheren Speicherchip-Kosten sind ein Treiber, allerdings auch eine mögliche Verkaufsbremse.

Am 26.8. sehen wir mit den neuen Quartalszahlen mehr. Dann dürfte sich zeigen, ob die Nachfrage nach Blackwell-Systemen unverändert hoch bleibt, wie sich steigende Speicherkosten auf die Profitabilität auswirken und welche Bedeutung neue Finanzierungsmodelle künftig tatsächlich für das Wachstum des Konzerns haben.