Immerhin einen Aufschlag von rund 1,8 % verbuchte Nvidia auch zum Wochenauftakt. Rund 211,65 Euro stellen einen neuen Aufwärtstrend dar. Stark und inhaltlich begründbar. Denn:

Nvidia baut seine Stellung im KI-Geschäft inzwischen nicht nur über Grafikprozessoren aus. Mit der Open Agent Safety Platform erweitert der Konzern sein Angebot um Werkzeuge, die autonome Softwareagenten vom Test bis zum praktischen Einsatz steuern und absichern sollen. Die am 28. September vorgestellte Plattform umfasst Software und ein Referenzdesign und verschiebt damit einen Teil der Wertschöpfung von der Hardware in das Ökosystem rund um KI-Anwendungen.

Aktienrückkauf stützt die Nvidia

Für OpenAI liefert Nvidia zugleich die Rechenbasis für GPT-6 Astra Ultrafast. Das Modell nutzt Blackwell-GPUs und ist über eine Programmierschnittstelle sowie für berechtigte Nutzer von ChatGPT Work und Codex verfügbar. Nvidia verbindet damit die Nachfrage nach hoher Rechenleistung mit einer Softwareebene, die Entwickler stärker an die eigene Architektur binden kann. Gerade diese Kombination erweitert das bisherige Geschäftsmodell über den Verkauf von Chips hinaus.

Eine zweite Säule der aktuellen Börsenstory bildet die Kapitalverwendung. Der Verwaltungsrat genehmigte am 28. September weitere 150 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe. Damit stehen bis zum Geschäftsjahr 2028 insgesamt noch 235 Milliarden Dollar für das Programm zur Verfügung. CEO Jensen Huang unterstreicht mit diesem Volumen seine Überzeugung vom langfristigen Wachstum des beschleunigten Rechnens. Gleichzeitig sinkt durch Rückkäufe die Zahl der ausstehenden Aktien.

Morgan Stanley liefert dazu eine zweite Begründung für die hohe Bewertung. Die Investmentbank stuft Nvidia erneut als Top-Pick im Halbleitersektor ein und verweist auf das Verhältnis von 15 zu den für 2028 erwarteten Gewinnen. Der Engpass verschiebe sich aus Sicht der Analysten von der Chipproduktion hin zu Rechenzentren, deren steigender Bedarf Nvidia über Umsätze pro Gigawatt erreicht.

Die operative Expansion trifft allerdings auf regulatorische Grenzen. Medienberichte vom 27. September stellten eine mögliche Lieferung von RTX PRO 5500 Chips an Unternehmen wie ByteDance und Alibaba in China in Aussicht. Die Angaben waren nicht unmittelbar verifiziert. Gleichzeitig nahm das US-Justizministerium den Chef von Earthmade Computer fest. Ihm wird vorgeworfen, Server mit Nvidia A100- und H100-GPUs im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar nach China umgeleitet zu haben.

Für die Aktie bleibt die Nähe zum Rekordhoch ein konkreter Börsenfaktor. Analysten gehen sogar ausgehend von rund 237 Dollar von einem Sprung auf (im Durchschnitt) 320 Dollar aus.