Nvidia bereitet den Einstieg ins klassische Consumer-Geschäft vor. Nächste Woche will der Chipkonzern erstmals eigene Windows-PC-Prozessoren vorstellen — eine direkte Kampfansage an Intel und AMD. Die Ankündigung wird auf der Computex-Messe in Taipeh erwartet.
System-on-Chip nach Apple-Vorbild
Die neuen Prozessoren basieren auf Arm-Architektur und integrieren CPU, GPU und KI-Einheiten in einem einzigen Chip. Nvidia folgt damit dem Erfolgsmodell von Apples M-Serie. Ziel sind Windows-Laptops mit längerer Akkulaufzeit und lokaler KI-Verarbeitung.
Microsoft ist enger Partner der Offensive. Die Zusammenarbeit könnte Qualcomms Alleinstellung im Windows-on-Arm-Segment beenden. Für Hardwarehersteller würde sich die Wettbewerbslandschaft grundlegend verschieben.
Preisdruck bei H200-Chips
Parallel gerät das Datacenter-Kerngeschäft unter Druck. Die Mietpreise für Nvidias H200-GPUs sind binnen drei Wochen um rund 40 Prozent gefallen. Stundensätze sanken von sieben auf etwa vier Dollar.
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Grund ist ein Generationswechsel. Hyperscaler verlagern ihre Nachfrage auf die neueren Blackwell-Architekturen B200 und GB200. Die Hopper-Generation verliert an Zugkraft. Trotzdem meldete Nvidia für Q1 einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar — 85 Prozent mehr als im Vorjahr.
Technische Marken im Blick
Die Aktie notiert bei 181,40 Euro, knapp zehn Prozent unter dem Jahreshoch von 201,05 Euro Mitte Mai. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12,6 Prozent. Analysten sehen Unterstützung bei 172,60 Euro und 161,10 Euro. Das Konsensziel liegt bei 258 Euro, einzelne Häuser taxieren bis 425 Euro.
Entscheidend wird die Performance der PC-Chips bei KI-nativen Aufgaben. Nvidia hat sein Investmentportfolio zuletzt auf 18,4 Milliarden Dollar ausgebaut, darunter eine Position von 3,65 Milliarden Dollar am KI-Infrastrukturanbieter CoreWeave. Die Strategie: das KI-Ökosystem über Beteiligungen absichern.
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