Nvidia steht heute vor den eigenen Aktionären. Die Hauptversammlung fällt in eine unruhige Woche. Einerseits dominiert der Konzern die globale Supercomputer-Welt wie nie zuvor. Andererseits wächst der Druck an der Börse spürbar.
Rekordzahlen bei Supercomputern
Auf der ISC-Konferenz in Hamburg untermauerte Nvidia seine Marktmacht. Die Technologie des Unternehmens treibt inzwischen gut 80 Prozent der 500 schnellsten Supercomputer der Welt an. Bei den neu gelisteten Systemen liegt diese Quote sogar bei 90 Prozent.
Parallel dazu baut der Konzern seine Präsenz in Europa massiv aus. Aktuell entstehen dort 35 neue KI-Supercomputer. Nvidia spricht von der größten Kapazitätserweiterung in der Geschichte des Kontinents. Ab Ende des Jahres sollen diese Anlagen Millionen Forschern zur Verfügung stehen.
Ein Detail trübt das perfekte Bild. Der neue Spitzenreiter der TOP500-Liste kommt aus China und verzichtet komplett auf Nvidia-Hardware. Das System namens LineShine knackte als erster rein CPU-basierter Rechner die Marke von zwei Exaflops. Nvidia kontrolliert also die breite Masse, aber nicht mehr zwingend die absolute Spitze.
Diese gemischte Ausgangslage prägt heute die Hauptversammlung. Anleger erwarten konkrete Antworten. Im Fokus stehen der Produktionshochlauf der neuen Blackwell-Chips und die Pläne für Aktienrückkäufe. Der Konzern generiert massive Cashflows, die das Management nun verteilen muss.
Gegenwind an der Börse
Die Aktionäre treffen sich in einem schwierigen Marktumfeld. Der gesamte Halbleitersektor leidet unter einer Verkaufswelle. Investoren zweifeln zunehmend an den kurzfristigen Profiten der KI-Rallye. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor an zwei Tagen in Folge deutlich an Wert.
Auch am Markt für Rechenleistung wächst die Skepsis. Händler auf der Plattform Kalshi wetten auf fallende Preise für Nvidias B200-Chips. Ende Mai kostete die Nutzung noch über sechs US-Dollar pro Stunde. Inzwischen fiel dieser Wert auf gut vier US-Dollar. Ein solcher Preisverfall könnte die Gewinnmargen belasten.
Die Nvidia-Aktie reagiert nervös. Aktuell notiert das Papier bei 176,92 Euro und erholt sich damit nur leicht vom gestrigen Rücksetzer.
Seit dem Rekordhoch im Mai verlor der Titel knapp 13 Prozent an Wert. Auf Jahressicht steht dennoch ein starkes Plus von knapp 39 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die anstehende Berichtssaison wird zum Lackmustest für die gesamte Branche. Nvidia und Konkurrenten wie AMD müssen beweisen, dass die Nachfrage trotz makroökonomischer Hürden stabil bleibt. Liefern die Konzerne starke Zahlen, entpuppt sich der aktuelle Ausverkauf als gesunde Korrektur.
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