Nvidia steht vor einer entscheidenden Woche. Jensen Huang hat gerade Gerüchte über Verzögerungen bei der nächsten Chip-Generation entkräftet. Parallel dazu legen drei der größten Kunden des Konzerns ihre Quartalszahlen vor.
Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 182,00 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 13,55 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro — ein Zeichen für eine stabile, aber nicht euphorische Marktstimmung.
Huang räumt mit Rubin-Gerüchten auf
Forschungsfirmen hatten zuletzt vor Problemen bei der „Vera Rubin“-Architektur gewarnt. Die Rede war von Verzögerungen bei der Kyber-Rack-Lösung, einem Kernstück der Rubin-Ultra-Plattform. Im schlimmsten Fall hätte sich der volle Rollout bis 2028 verschoben.
Huang widersprach dem auf einer Entwickler-Konferenz direkt. Vera Rubin sei „bereits in Produktion“, so der Nvidia-Chef. Er kündigte „gewaltige Produktionsmengen“ an. Die Aussage stützt die aggressive Roadmap des Konzerns, jährlich neue KI-Chips auf den Markt zu bringen. Rubin soll perspektivisch die Blackwell-Architektur ablösen, die aktuell den Löwenanteil am Rechenzentrumsumsatz liefert.
Die Woche der Hyperscaler
Diese Woche berichten gleich drei Großkunden: Microsoft, Meta und Amazon. Für Nvidia zählt dabei vor allem eine Zahl: die Investitionsausgaben der Cloud-Anbieter in KI-Infrastruktur.
In den vergangenen Quartalen war genau dieser Wert der verlässlichste Indikator für die Nachfrage nach Nvidias H200- und Blackwell-Chips. Alphabet hatte bei seinem jüngsten Update bereits positive Signale gesendet. Ob Microsoft, Meta und Amazon nachziehen, dürfte mitentscheiden, ob der Sektor neue Höchststände ansteuert oder erstmal konsolidiert.
Milliarden-Deal in Südkorea
Nvidia baut sein Geschäft mit staatlicher KI-Infrastruktur weiter aus. Zusammen mit Naver und Brookfield erweitert der Konzern Südkoreas nationale KI-Fabrik. Brookfield steuert bis zu 9 Milliarden Dollar an Kapital bei, Nvidia selbst investiert 1 Milliarde Dollar.
Das Ziel: Das Rechenzentrum GAK Sejong soll von aktuell 55 Megawatt auf 200 Megawatt Kapazität wachsen, bis 2028. Die Anlage nutzt die Nvidia-DSX-Plattform und soll Rechenleistung für staatliche KI-Modelle und autonome KI-Agenten liefern.
Charttechnik bleibt neutral
Der Kurs notiert derzeit 10,12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 52,6 — ein neutraler Wert, der noch keine Richtung vorgibt. Die anstehende Berichtswoche der Hyperscaler dürfte diese Neutralität schnell auflösen.
Analysten der UBS sehen im Trend zu Open-Source-KI-Modellen keine Gefahr für Nvidia. Im Gegenteil: Unternehmen, die ihre internen KI-Anwendungen optimieren wollen, fragten dadurch eher mehr leistungsstarke GPUs nach, so die Einschätzung der Bank.
Die Berichte von Microsoft, Meta und Amazon in dieser Woche liefern den nächsten konkreten Test für diese These. Bestätigen die Hyperscaler ihre CapEx-Pläne, dürfte das die Nachfrage-Story rund um Blackwell und die kommende Rubin-Generation weiter festigen.
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