Der Chipriese steht vor einer entscheidenden Woche: Während CEO Jensen Huang erstmals in Washington D.C. seine Keynote hält, könnten gleich mehrere Katalysatoren die Aktie in Bewegung setzen. Doch die Konkurrenz schläft nicht – Qualcomm und Intel holen massiv auf. Kann Nvidia den Vorsprung verteidigen?

Erstmals Washington: Was plant Huang?

Die Wahl des Austragungsorts für die GTC-Konferenz ist kein Zufall. Erstmals hält Jensen Huang seine mit Spannung erwartete Keynote in der US-Hauptstadt ab – ein strategisches Signal, das Analysten aufhorchen lässt. „GTC ist so etwas wie der Super Bowl der KI“, erklärt Gerry Sparrow, Investmentchef des Sparrow Growth Fund. „Die Tatsache, dass es in Washington stattfindet, könnte darauf hindeuten, dass etwas Wichtiges verkündet wird.“

Die Hauptstadt-Präsenz deutet auf mögliche Regierungskooperationen oder Infrastruktur-Ankündigungen hin – genau das, was Investoren nach den jüngsten China-Sorgen hören wollen.

Konkurrenz holt massiv auf

Während Nvidia seit August nur 7,7% zulegte, explodierte Intel mit über 100% Kursgewinn nach einer 8,9-Milliarden-Dollar-Investition der Regierung. Qualcomm setzte am Montag noch einen drauf: 11% Plus nach der Vorstellung neuer KI-Chips, die direkt Nvidias Kernmarkt angreifen.

Die Zahlen zeigen das Dilemma: Der Halbleiter-Index Philadelphia legte 28% zu, Nvidia blieb zurück. Broadcom, Applied Materials und Arm Holdings überflügelten den KI-Pionier deutlich.

Bewährungsprobe durch Großkunden

Diese Woche bringt den doppelten Stresstest: Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta – zusammen über 40% von Nvidias Umsatz – berichten ihre Quartalszahlen. Ihre KI-Ausgabenpläne werden zeigen, ob der Boom weitergeht oder abflacht.

Immerhin: Bei einem erwarteten Umsatzwachstum von 58% und einem KGV von 32 wirkt Nvidia fair bewertet – günstiger als AMD (44er KGV) oder Broadcom (39er KGV).