Nvidia will nicht auf die geplante Handelsplattform von OKX und der NYSE-Mutter Intercontinental Exchange. Der Chipkonzern gehört zu zwölf Unternehmen, die der Tokenisierung ihrer Aktien auf dieser Plattform schriftlich widersprochen haben. Weitere Unternehmen schlossen sich an, darunter Nike, Costco und Micron. Eine Begründung nennt keines der Unternehmen.

Widerstand gegen das OKX-ICE-Modell

Die Liste der widersprechenden Emittenten wächst rasant: Sie umfasst nun 50 Unternehmen, Mitte Oktober waren es erst neun. Grundlage ist eine Ausnahmeregelung der US-Börsenaufsicht SEC.

Danach muss eine Handelsplattform ein Unternehmen vorab informieren, bevor sie tokenisierte Versionen seiner Aktie anbietet, die ein unabhängiger Dritter geschaffen hat. Widerspricht das Unternehmen binnen 30 Tagen, darf die Plattform die Aktie nicht handeln. Der Widerspruch gilt nur für diese eine Plattform.

Geplant ist ein Joint Venture, das genehmigten Nutzern rund um die Uhr den Handel mit tokenisierten US-Aktien ermöglichen soll. Die Plattform räumt selbst ein, nicht der Regulation NMS zu unterliegen, die faire Preise für Anleger sichern soll. Offen seien zudem Fragen zu Handelsmeldung und bester Ausführung.

Nasdaq hatte seine eigenen Aktien bereits aus der Regelung herausgenommen und verwies auf fehlende Echtzeit-Bestpreise. Einem Bericht zufolge soll die Börse zudem hinter den Kulissen Emittenten zum Widerspruch ermuntert haben. Das ist bislang eine einzelne Aussage eines nicht genannten Managers.

Rückenwind aus Indien und dem Autosektor

An anderer Stelle bleibt die Nachfrage nach Nvidia-Papieren hoch. Indische Handels-Apps wie Groww öffnen Privatanlegern den US-Markt. Bei den ersten Groww-Nutzern zählt Nvidia zu den beliebtesten Titeln. Als Gründe gelten die Schwäche des heimischen Marktes, fehlende KI-Vorreiter im Land und die Rupie-Abwertung.

Auch geschäftlich gibt es Neuigkeiten. Dell und CrowdStrike kündigten eine integrierte Sicherheitslösung für die Dell AI Factory mit Nvidia an. Sie baut auf der OpenShell-Referenzarchitektur auf, Nvidia-Chef Jensen Huang unterstützt das Vorhaben.

Der Zulieferer Pateo setzt zudem Nvidias Drive-AGX-Thor-Plattform und das Sprachmodell Nemotron in einer KI-Box für Fahrzeuge ein. Die Serienproduktion für ein Projekt soll im zweiten Quartal 2027 starten.

Der Widerspruch gegen die Tokenisierung dürfte das operative Geschäft kaum berühren. Er zeigt aber, dass große Konzerne die Kontrolle über den Handel ihrer Aktien nicht Krypto-Plattformen überlassen wollen. Die nächste aktualisierte Meldung der Plattform dürfte zeigen, ob Apple, Tesla und Amazon, die bisher fehlen, nachziehen.