Nvidia baut seine Rolle im KI-Boom weiter aus – nicht mehr nur als Chiplieferant, sondern zunehmend als Finanzierer der gesamten Infrastruktur dahinter. Der jüngste Beleg: Der Konzern hat drei Milliarden Dollar über private Transaktionen zugesagt, die mit dem geplanten Börsengang von SB Energy verknüpft sind.
Das Unternehmen, mehrheitlich im Besitz der SoftBank Group, bereitet einen Börsengang vor, der zwischen fünf und sieben Milliarden Dollar einbringen könnte.
Hintergrund ist die enge Verzahnung zwischen SB Energy und OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler hat 17 Leasingverträge für rund acht Gigawatt Rechenleistung am geplanten Campus in Ohio unterzeichnet und dafür Optionsscheine erhalten, deren Wert seit Januar von 3,6 auf 5,5 Milliarden Dollar gestiegen ist. SB Energy selbst verfügt über nahezu neun Gigawatt an vertraglich gesicherter Rechenkapazität, aber noch keine einzige betriebsbereite Anlage.
Rekordquartal mit Signalwirkung für die Lieferkette
Die aktuellen Entwicklungen fügen sich in ein Bild, das sich bereits im jüngsten Quartalsbericht andeutete. Nvidia meldete einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar – deutlich über dem Konsens von etwa 92,3 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft trug mit 89 Milliarden Dollar rund 92 Prozent zum Konzernumsatz bei.
Für das kommende Geschäftsjahr stellte das Management ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht – deutlich über der bisherigen Markterwartung von etwa 45 Prozent.
Nach eigener Aussage limitiert nicht die Nachfrage das Wachstum, sondern die Verfügbarkeit von Speicherchips, Fortschrittsverpackung und Rechenzentrumskapazität. Die Liefer- und Kapazitätszusagen des Konzerns kletterten binnen eines Quartals von 119 auf 279 Milliarden Dollar, größtenteils für Speicherchips reserviert.
Diese Entwicklung erklärt auch, warum Nvidia zunehmend selbst als Geldgeber auftritt. Für den geplanten OpenAI-Campus in Ohio kann der Konzern Garantien von bis zu 105 Milliarden Dollar übernehmen. Parallel wächst das Partnernetzwerk: Die niederländische SWI Group ist dem NVIDIA-Cloud-Partner-Programm als bevorzugter Partner beigetreten und bringt eine Leistungskapazität von 3,6 Gigawatt in Europa und den USA in die Kooperation ein.
Zinssorgen bremsen die Rally
Trotz der starken operativen Zahlen gerät die Aktie unter Druck – allerdings aus einem Grund, der wenig mit dem Unternehmen selbst zu tun hat. Fed-Chef Kevin Warsh hat mit hawkishen Aussagen die Erwartung einer Zinserhöhung im September neu befeuert. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist von rund 35 auf 57 Prozent gestiegen, die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein Einmonatshoch.
Höhere kurzfristige Zinsen erhöhen den Abzinsungsfaktor für künftige Gewinne – ein Umstand, der Wachstumswerte wie Nvidia besonders trifft. Die Reaktion in Asien fiel entsprechend deutlich aus: SK Hynix und Samsung, beide über ihr Speicherchip-Geschäft eng an Nvidias KI-Zyklus gekoppelt, gaben nach ihrer Erholung im August wieder spürbar nach.
Die kommenden US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten dürften darüber entscheiden, ob sich die gestiegenen Zinserwartungen als dauerhaft erweisen. Für Nvidia bleibt die fundamentale Nachfragelage nach eigenen Angaben intakt – die Frage, wie stark steigende Finanzierungskosten die Bewertung belasten, hängt jedoch stärker von der Fed als vom Unternehmen selbst ab.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

