Auf der GTC Berlin zeigt sich, wie weit Nvidias Plattform inzwischen in andere Branchen hineinreicht. Server-Hersteller, Rechenzentrumsbetreiber, Zulieferer und Start-ups richten ihre Produkte heute auf Nvidia-Technik aus. Das sind vor allem Partnerankündigungen. Eigene Zahlen liefert Nvidia heute nicht.
Rechenzentren: Vera Rubin im Zentrum
Super Micro stellt ein flüssigkeitsgekühltes Rack mit 256 Vera-CPUs vor. Es ergänzt die Vera-Rubin-Plattform und richtet sich an agentische KI, bei der viele parallele Abläufe auf Prozessorleistung angewiesen sind. Pro Rack sollen bis zu 22.500 Agenten-Sandboxes laufen. Das System ist ab sofort anfragbar. Das Vera-Rubin-NVL72-System liefert Super Micro nach eigenen Angaben bereits aus.
ASUS kündigt für das vierte Quartal 2026 den Marktstart von Systemen auf Basis des HGX Rubin NVL8 an, wahlweise hybrid oder vollständig flüssigkeitsgekühlt. Der Betreiber DayOne wiederum unterstützt das neue Referenzdesign DSX POD. Es soll Rechenleistung, Strom und Kühlung besser aufeinander abstimmen. Nach Unternehmensangaben kann DayOne Projekte in Südostasien in acht bis zwölf Monaten umsetzen.
Auch Infineon vertieft die Zusammenarbeit. Der Konzern entwickelt Technik, die den hohen Strombedarf von KI-Rechenzentren effizienter decken soll.
Physische KI und Start-ups
Parallel dazu wächst das Robotik-Umfeld. LG Innotek zeigte auf der GTC Berlin Kameramodule und ein Multi-modal Vision System, die auf Nvidias Sensortechnik Holoscan Sensor Bridge aufsetzen. Die nächsten Lösungen, darunter Sensorik und Roboterhände für Humanoide, will das Unternehmen im kommenden Jahr zeigen.
YYForce kündigt mit „Workforce OS“ eine Robotik-Architektur an, die auf Jetson, Isaac und Project GR00T basiert. Erste Pilotprojekte sind in Hotels geplant, die Pläne stehen allerdings unter Vorbehalt. Unitree, dessen Humanoide dort zum Einsatz kommen sollen, hat zusammen mit Nvidia eine Referenzplattform vorgestellt.
Am unteren Ende der Wertschöpfung steht RhymeQ. Das Start-up sammelte 2,2 Millionen Dollar ein und startet auf Nvidias CUDA-Q-Plattform, die Quantenprogrammierung vereinfachen soll.
Einordnung
Keine dieser Meldungen verändert Nvidias Zahlen unmittelbar. Sie zeigen aber, dass Hardware-Partner, Infrastrukturbetreiber und Zulieferer ihre Produktzyklen an Nvidias Roadmap koppeln. Das stützt die Plattformstrategie. Konkret messbar wird es ab dem vierten Quartal 2026, wenn ASUS die ersten HGX-Rubin-Systeme auf den Markt bringt.
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