Nvidia verliert an der Börse weiter an Boden. Gleichzeitig baut der Chipkonzern sein Netzwerk aus Allianzen aus. Diese Diskrepanz wirft die Frage auf, ob der Markt gerade die fundamentale Substanz übersieht.

Neue Allianz mit Sutskevers KI-Projekt

Am 27. Juli bestätigte Nvidia eine langfristige strategische Partnerschaft mit Safe Superintelligence Inc. Das Unternehmen wurde von Ilya Sutskever mitgegründet, dem früheren Chefwissenschaftler von OpenAI. Nvidia liefert die Rechenleistung für SSIs Ziel: sichere KI-Systeme auf höchstem Niveau entwickeln.

Die Kooperation reiht sich in eine Serie von Abkommen ein. Erst am 24. Juli hatte Nvidia mit der SK Group einen Deal zur Stärkung der KI-Infrastruktur und der Speicherchip-Versorgung angekündigt. Analysten werten solche Allianzen als wichtigen Schritt, um die eigene Marktposition zu sichern. Das gilt besonders vor dem Start der nächsten Chip-Generation Vera Rubin.

Kurs unter Druck, Bewertung im Blick

Der Aktienkurs zeigt davon bisher wenig. Nvidia notiert aktuell bei 170,04 Euro und liegt damit rund 16 Prozent unter dem Rekordhoch von Mai. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen büßte das Papier 8,66 Prozent ein.

Eine Analyse vom 29. Juli kommt zu einem gegenteiligen Schluss. Sie sieht Nvidia angesichts der Expansion in den japanischen KI-Markt um bis zu 17 Prozent unterbewertet. Der Konzern hat seine Investitionen in lokale Rechenzentren zuletzt verstärkt. Ziel ist es, von Japans staatlichen KI-Initiativen zu profitieren.

Burry wettet gegen den Sektor

Zur Kursschwäche trägt auch prominente Skepsis bei. Investor Michael Burry hat laut Marktdaten vom 29. Juli seine Short-Positionen gegen führende Halbleiterwerte ausgebaut. Betroffen sind neben Nvidia auch Micron und weitere Branchengrößen.

Das nährt eine vorsichtige Stimmung am Markt. Ein klarer Aufwärtsimpuls fehlt bislang trotz der operativen Fortschritte.

Zahlen im August entscheidend

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest. Nvidia veröffentlicht die Quartalszahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 am Mittwoch, den 26. August 2026.

Im Zentrum stehen die Liefermengen der Blackwell-Chips und erste Umsatzbeiträge der neuen Vera-CPU-Reihe. Das Management dürfte zudem erklären, wie tragfähig die Nachfrage im Rechenzentrumsgeschäft bleibt. Im vergangenen Fiskaljahr erreichte dieser Bereich einen Umsatz von 193,7 Milliarden Dollar. Die Zahlen fallen in eine Phase, in der die Branche schrittweise auf die neue Rubin-Plattform umstellt.