Rekordquartal, Rekord-Rückkaufprogramm — und trotzdem fällt die Aktie. Nvidia lieferte für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 Zahlen, die kaum besser hätten sein können. Der Markt reagierte dennoch mit Verkäufen.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Umsatz kletterte auf 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Datenzentrum-Geschäft trieb das Wachstum: 75,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, 92 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,87 Dollar und übertraf die Analystenerwartung von 1,76 Dollar. Die Bruttomarge hielt sich bei 75 Prozent.
CEO Jensen Huang bezeichnete den Ausbau von KI-Infrastruktur als die größte Investitionswelle der Geschichte. Die Nachfrage nach der aktuellen Blackwell-Architektur ist so hoch, dass Kapazitäten bis Mitte 2026 ausgebucht sind.
Für das zweite Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. Analysten hatten zuvor mit 86,8 Milliarden Dollar gerechnet.
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80 Milliarden für Aktionäre
Das Nvidia-Board genehmigte am 18. Mai ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar — ohne Ablaufdatum. Im abgelaufenen Quartal flossen bereits 20 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück, durch Rückkäufe und Dividenden.
Das Signal ist klar: Das Management sieht den aktuellen Kurs als Kaufgelegenheit. Kein Wunder, dass das Programm zeitlich mit der technischen Schwächephase zusammenfällt.
„Sell the News“ — und was dahinter steckt
Der Kurs gab in den vergangenen zwei Handelssitzungen nach. Die Aktie notiert rund sechs Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 201,05 Euro. Der RSI liegt bei 39,5 — ein Niveau, das kurzfristig auf Verkaufsdruck hindeutet.
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Marktbeobachter werten die Bewegung als klassisches „Sell the News“-Muster. Institutionelle Investoren nehmen Gewinne mit, nachdem die Erwartungen bereits eingepreist waren. Auf Jahressicht steht die Aktie dennoch rund 60 Prozent im Plus.
Ein weiterer Faktor: Die nächste Produktgeneration namens Vera Rubin — mit dem ersten Prozessor, den Nvidia speziell für autonome KI-Agenten entwickelt hat — dürfte deutlich teurer werden als die Vorgänger. Steigende Kosten für Speicherkomponenten belasten die Kalkulation. Wie stark das die Nachfrage bremst, bleibt offen.
Der nächste konkrete Orientierungspunkt ist die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal. Liegt das Ergebnis nahe der 91-Milliarden-Marke, dürfte das den Kurs stabilisieren.
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