Nvidia will KI-Rechenzentren künftig fast fertig auf dem Lkw liefern. Auf der GTC in Berlin stellte der Konzern den DSX Pod AI Factory vor: einen containergroßen Baustein, in dem sieben Vera-Rubin-Racks bereits verkabelt und flüssigkeitsgekühlt stecken.

Vom Chip zum Komplettsystem

Der Pod wiegt rund 28.000 Kilogramm und lässt sich auf normalen Straßen transportieren. Vor Ort muss er nur aufgestellt, mit weiteren Containern verbunden und getestet werden. Die Zeit bis zum Start eines neuen KI-Rechenzentrums soll laut Nvidia von sechs Monaten auf 14 Tage sinken.

Auslieferungen sind für Anfang 2027 geplant, gefertigt wird über Partner wie Foxconn, Lenovo, HPE oder Quanta. Einen Preis nannte Nvidia nicht, ein einzelnes Rubin-Rack kostet Schätzungen zufolge mehr als 7 Millionen Dollar.

Der Schritt passt zu Jensen Huangs Strategie. Aus dem Chiplieferanten wird ein Anbieter ganzer Systeme. Pro Gigawatt Rechenleistung stieg der Nvidia-Anteil nach Huangs Angaben von rund 18 Milliarden auf inzwischen mehr als 40 Milliarden Dollar. Er erwartet weiteren Anstieg.

Effizienz als Verkaufsargument

Parallel dazu präsentierte Nvidia die DSX-Plattform für europäische Partner. Sie soll den Wasserverbrauch der Kühlung nahezu auf null drücken und bei gleicher Token-Leistung bis zu 30 Prozent Strom sparen. Der Cloud-Anbieter Nscale meldete in einem Test in Island 49 Prozent höheren Inferenzdurchsatz im selben Strombudget. CoreWeave, Nebius und Lambda prüfen die Software.

Das Thema trifft einen Nerv. Der Bau von KI-Rechenzentren steht in Europa wegen Energie- und Umweltfragen unter Druck, in Berlin unterbrachen Aktivisten kurz Huangs Rede.

Partner und Märkte

Die Liste der Kooperationen wächst. Bolt setzt für seine Robotaxi-Pläne in Europa auf Nvidias Alpamayo-Software, Start ist 2027 in Madrid. Amadeus prüft per Absichtserklärung GPU-beschleunigte Flugsuche, und Kion zeigt Physical AI im Lagerbetrieb. Der Telekomanbieter Elisa will 2027 gemeinsam mit Nokia KI-Funknetze kommerziell testen.

Huang sieht Europa als Schlüsselakteur: Nvidia habe im vergangenen Jahr fast 10 Milliarden Dollar dort investiert. Kritiker verweisen indes auf Nvidias Rolle als Geldgeber seiner eigenen Kunden. Ein Analysehaus sprach von einer Art „Zentralbank“ der Branche, Huang weist den Vorwurf der Kreislauffinanzierung zurück.

Die Aktie legte am Mittwoch rund zwei Prozent zu und notierte im vorbörslichen US-Handel bei etwa 220 Dollar. Die ersten DSX-Pods sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden. Dann zeigt sich, ob die Kunden das Komplettpaket tatsächlich abnehmen.