Nvidia Aktie: RTX Spark greift PC-Markt an

Nvidia präsentiert mit dem RTX Spark einen Arm-Blackwell-Chip für KI-PCs und fordert Intel und AMD heraus.

Nvidia Aktie
Kurz & knapp:
  • Neuer Superchip für KI-Desktops
  • Partnerschaft mit Microsoft angekündigt
  • Erste Geräte ab Herbst erwartet
  • Aktie reagiert mit Kursgewinnen

Jensen Huang hat auf der Computex in Taipeh einen Paukenschlag gelandet. Der Nvidia-CEO präsentierte den RTX Spark – einen Superchip, der PCs für die Ära persönlicher KI-Agenten rüsten soll. Das Besondere: Nvidia bringt damit erstmals hauseigene Prozessoren für Laptops und Desktop-Computer, eine direkte Kampfansage an Intel und AMD.

Der RTX Spark vereint einen Arm-basierten CPU-Kern mit einer Blackwell-GPU auf einem einzigen System-on-a-Chip. Bis zu 20 Arm-Kerne, 6.144 CUDA-Kerne und 128 Gigabyte LPDDR5X-RAM stecken in dem Baustein. Die Speicherbandbreite erreicht 300 Gigabyte pro Sekunde. Damit liefert der Chip bis zu einem Petaflop an KI-Rechenleistung – genug, um komplexe KI-Agenten lokal auszuführen, ohne ständig Cloud-Ressourcen zu bemühen. Nvidia spricht von einem Wandel vom Werkzeug zum Teammitglied.

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Partnerschaft mit Microsoft – erste Modelle ab Herbst

Nvidia arbeitet bei der Plattform eng mit Microsoft zusammen. Ziel ist ein robustes und sicheres Windows-Ökosystem für lokale KI-Apps, basierend auf neuen Sicherheitsprimitiven des Betriebssystems und Nvidias OpenShell. Erste Geräte von Microsoft, Dell, HP, ASUS, Lenovo und MSI sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Die RTX-Spark-Laptops werden laut Nvidia nur 14 Millimeter dick und rund 1,4 Kilo leicht sein.

Die Ankündigung ließ die Nvidia-Aktie zunächst steigen. Am 1. Juni schloss das Papier mit einem Plus von 6,26 Prozent auf 224,36 Dollar, was rund 319 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzufügte. Am Folgetag gab der Kurs um 0,69 Prozent auf 222,82 Dollar nach. In Euro notiert die Aktie aktuell bei 185,20 Euro – rund 8,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, aber gut 51 Prozent über dem Jahrestief. Der relative Stärkeindex liegt mit 52 Punkten im neutralen Bereich.

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Vom Rechenzentrum auf den Schreibtisch

Marktbeobachter sehen den PC-Vorstoß als wichtigen, aber mittelfristig überschaubaren Umsatzbringer. Das eigentliche Standbein bleibt das Rechenzentrum: Die Data-Center-Sparte erzielte im ersten Fiskalquartal 2027 einen Umsatz von 75,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 92 Prozent zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz erreichte mit 81,6 Milliarden Dollar einen neuen Rekord, das Wachstum lag bei 85 Prozent. Nvidia stockte zudem sein Aktienrückkaufprogramm um 80 Milliarden Dollar auf und erhöhte die Dividende.

Parallel zur PC-Offensive gab Huang bekannt, dass die für KI-Rechenzentren entwickelte Vera-CPU in die Massenproduktion gegangen ist. Zu den ersten Kunden zählen OpenAI, Anthropic und SpaceX. Die Botschaft ist klar: Nvidia will die gesamte KI-Wertschöpfungskette abdecken – von Hyperscale-Clustern über Edge-Geräte bis zum persönlichen Notebook. Huang spricht vom größten Infrastrukturausbau der Menschheitsgeschichte. Die ersten RTX-Spark-Geräte werden zeigen, ob der Angriff auf Intels und AMDs Kernmarkt verfängt.

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