Rund um die begehrte KI-Hardware von Nvidia zeichnen sich neue Modelle zur Kapitalbeschaffung ab. Medienberichten zufolge prüft Amazon Pläne, Nvidia-Prozessoren im Wert von rund $8 Milliarden in eine Zweckgesellschaft auszulagern und anschließend zurückzuleasen.
Dieser Schritt ist allerdings noch nicht final beschlossen. Der Vorstoß verdeutlicht, wie Kunden nach alternativen Wegen suchen, um die enormen Summen für moderne Rechenzentren zu stemmen.
Kreditgeber verlangen zusätzliche Sicherheiten
Finanzierungsstrukturen für KI-Beschleuniger stoßen am Kapitalmarkt allerdings auch auf Vorbehalte. Laut Reuters äußerten Kreditgeber Bedenken hinsichtlich der Langlebigkeit von Grafikprozessoren als Kreditsicherheiten bei Finanzierungsplänen. Einzelne Geldgeber forderten daraufhin höhere Garantien. Da sich die Hardware-Generationen in rascher Folge ablösen, sehen Finanzierer Risiken beim Restwert der verpfändeten Prozessoren.
Trotz dieser Debatten bleibt die Nachfrage nach den Hochleistungschips hoch. Große Technologiekonzerne treiben den Ausbau ihrer Infrastruktur weiter voran. Die Auslagerung von Hardware in spezielle Leasing-Konstrukte könnte Schule machen, sollte sich das Modell bei Großkunden etablieren. Für Nvidia bedeutet dieser Trend eine unverändert starke Abnahme, selbst wenn Kunden ihre Bilanzen entlasten wollen.
Morgan Stanley vergibt Top-Pick-Status
Die Wall Street blickt weiterhin optimistisch auf den Halbleiterkonzern. Am 2. Oktober ernannte Morgan Stanley Nvidia erneut zum Favoriten im Halbleitersektor. Die Analysten bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“ und setzten ein Kursziel von $300 an.
Nach Einschätzung des Analysehauses ist Nvidia zudem vergleichsweise gut gegen die zunehmenden Engpässe im US-Stromnetz abgeschirmt. Während Verzögerungen beim Ausbau von Rechenzentren Zulieferer von Speicherchips oder optischen Komponenten treffen könnten, seien die Prognosen für Nvidia bis 2027 nicht gefährdet.
Rückkaufprogramm stärkt die Kapitalbasis
Nvidia selbst setzt derweil beträchtliche Mittel ein, um eigene Anteilsscheine zu erwerben. Der Vorstand genehmigte am 28. September eine Aufstockung des bestehenden Rückkaufprogramms um zusätzliche $150 Milliarden. Das gesamte verbleibende Autorisierungsvolumen kletterte damit auf $235 Milliarden. Das Management plant, diese Mittel bis zum Geschäftsjahr 2028 für Aktienrückkäufe zu verwenden.
An den Finanzmärkten spiegelt sich das Vertrauen in die Marktstellung wider. Die Nvidia-Aktie beendete den gestrigen Handelstag mit einem leichten Minus von 0,2 % bei 212,10 €. Damit trennt das Papier lediglich ein Abstand von 1,9 % vom jüngsten 52-Wochen-Hoch. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Kunden des Chipentwicklers ihre massiven Investitionen über neue Finanzierungswege aufrechterhalten können.
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