Die Nvidia-Aktie kletterte in den ersten Stunden am Freitag zunächst, bevor sie in einen Seitwärtsmodus wechselte. Aktuell stehen rund 191,35 Euro auf den Kurstafeln. Damit ist der Titel wieder klar auf Kurs. Analysten sehen noch mehr als 25 % Kurspotenzial für den Giganten. Auch die Geschäftszahlen unterstreichen die inzwischen erreichte Größenordnung. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, 106 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 89,0 Milliarden Dollar auf das Rechenzentrumsgeschäft. Die Bruttomarge erreichte 75,0 %. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern 108,0 Milliarden Dollar Umsatz, wobei Einnahmen aus chinesischen Rechenzentren in dieser Prognose nicht berücksichtigt sind.
Die Aktie stockt noch minimal
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die weitere Expansion der Rechenzentrumsplattform. Vera Rubin ist bereits bei CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius verfügbar. Im dritten Quartal soll die Plattform rund 20 % des Rechenzentrumsumsatzes erreichen. Nvidia setzt damit nicht nur auf einzelne Beschleunigerchips, sondern auf die Bereitstellung kompletter technischer Grundlagen für große KI-Infrastrukturen.
Über das bisherige Hardwaregeschäft hinaus erweitert Nvidia seine Position auch bei KI-Modellen und Entwicklertechnologien. Am 2. September unterzeichnete der Konzern den Vertrag zur Übernahme von Hugging Face. Der Kaufpreis beträgt 12,93 Milliarden Dollar, der Abschluss soll in der ersten Hälfte 2027 erfolgen. Noch nicht abgeschlossen ist dagegen die mögliche Beteiligung an Anthropic. Nvidia prüft eine Investition von bis zu 10 Milliarden Dollar im Rahmen des geplanten Börsengangs. Das Start-up will dabei bis zu 100 Milliarden Dollar aufnehmen. Im Raum steht eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar.
Die Verbindung zwischen Nvidia und Anthropic besteht bereits. Anthropic nutzt Nvidia-Chips für Claude und bezieht Cloud-Kapazitäten bei Microsoft. Das Unternehmen arbeitet außerdem mit Amazon, Google und Broadcom zusammen. Nvidia hatte bereits Ende 2025 in Anthropic investiert. Eine weitere Beteiligung würde die bestehende Geschäftsbeziehung um eine direkte Kapitalverbindung ergänzen. Auch Palantir gehört inzwischen zum erweiterten Unternehmensnetzwerk. Gemeinsam entwickeln die Partner eine softwaregestützte Steuerung für kritische Lieferketten. Dabei sollen Nemotron und Palantirs Foundry-Plattform zusammenarbeiten. Als erstes Einsatzgebiet ist Nvidias eigene Fertigung vorgesehen.
Die hohen Wachstumserwartungen schlagen sich auch in den Gewinnprognosen der Analysten nieder. Die Erste Group erhöhte ihre Prognose für Nvidias Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2028 von 12,70 auf 15,78 Dollar. Goldman Sachs und Piper Sandler halten jeweils an einem Kursziel von 300 Dollar fest. Piper Sandler rechnet außerdem mit GPU-Preissteigerungen von 25 bis 40 % in diesem Jahr. Für den Compute-Sektor wird bis 2030 ein jährliches Gewinnwachstum von 45 % erwartet. Lieferketten und die Investitionsbereitschaft großer Rechenzentrumskunden bleiben mögliche Belastungsfaktoren. Kürzungen bei den entsprechenden Budgets oder Verzögerungen bei Lieferungen könnten sich kurzfristig auf das Geschäft auswirken.
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