Elon Musk kündigte am Dienstag an, dass SpaceX seine neue Orbitalkonstellation „Starmind AI1“ ausschließlich mit Nvidia-Hardware realisieren wird. Wie Forbes berichtete, sichert sich der Raumfahrtkonzern damit einen erheblichen Anteil der nächsten Grafikchip-Generation für das Jahr 2027. Für Nvidia bedeutet die Vereinbarung einen weiteren gewichtigen Abnehmer außerhalb klassischer Rechenzentren – ein Signal, dass die Nachfrage nach Hochleistungs-GPUs auch im Orbit-Geschäft anzieht.

Kursreaktion und Analystenausblick

Der Markt honorierte die Nachricht mit steigenden Kursen. Nvidia notiert aktuell bei 191,96 Euro, ein Plus von 1,13 Prozent im Tagesverlauf. Zum 52-Wochen-Hoch von Mitte Mai fehlen dem Papier damit noch 5,20 Prozent.

Auf der Analystenseite bleibt das Bild überwiegend positiv. Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel bei 304,26 Dollar, während unter mehreren befragten Häusern eine „Buy“-Tendenz überwiegt. Am Montag reihten sich gleich mehrere Neueinschätzungen in einem engen Korridor ein: Cantor Fitzgerald bestätigte ein Kursziel von 240 Dollar bei „Overweight“, BofA Securities setzte die Marke bei 235 Dollar mit „Buy“ an. Weitere Häuser wie KeyBanc, Evercore ISI, Wells Fargo, J.P. Morgan und Citi Research bewegten sich mit Zielen zwischen 210 und 230 Dollar in einer ähnlichen Spanne, allesamt mit Kaufempfehlungen versehen.

Lieferengpässe und weitere Nachrichten

Parallel zur Wachstumsstory mehren sich Hinweise auf Engpässe bei Speicherbausteinen. Medienberichten zufolge testet Nvidia derzeit Varianten seiner kommenden „Rubin Ultra“-Grafikchips mit reduziertem Speicher, weil die Versorgung mit High-Bandwidth-Memory (HBM) knapp bleibt. Ein solcher Schritt würde die Kapazitätsgrenzen der Lieferkette offenlegen, während die Nachfrage nach den Chips weiter steigt.

Am selben Tag stellte Nvidia gemeinsam mit 120 weiteren Technologieorganisationen die Initiative „Shared AI Findings Exchange“ (SAFE) vor. Laut Infosecurity Magazine soll sie den Austausch von Informationen über Sicherheitsrisiken bei agentenbasierter KI standardisieren. Auf der Spielemesse QuakeCon, die bis Sonntag läuft, startete das Unternehmen zudem ein „Verified Priority Access“-Programm, über das Besucher die GeForce-Modelle RTX 5090, 5080 und 5070 direkt zur unverbindlichen Preisempfehlung erwerben können.

Bereits Ende Juli hatte Nvidia eine langfristige Partnerschaft mit Safe Superintelligence Inc., dem von Ilya Sutskever gegründeten KI-Start-up, bekanntgegeben. Die beiden Seiten wollen die Chip-Architekturen Blackwell und Rubin für die Entwicklung sogenannter „sicherer“ Superintelligenz-Modelle nutzen.

Insiderverkäufe und Ausblick auf den Quartalsbericht

Ein Blick auf die Eigentümerstruktur zeigt ein gemischtes Bild. Regulatorische Pflichtmitteilungen belegen, dass Unternehmensinsider im Zeitraum bis Juli 2026 Aktien im Wert von 1,82 Milliarden Dollar verkauften – ohne dass im selben Zeitraum ein einziger Insiderkauf registriert wurde. Zusätzlich reduzierte die Investmentgesellschaft Blue Grotto Capital ihre Position laut einer Pflichtmitteilung Anfang der Woche um 199.358 Aktien.

Solche Verkäufe sind bei stark gestiegenen Kursen keine Seltenheit und lassen sich nicht automatisch als Warnsignal deuten, verdienen aber Beachtung angesichts des fehlenden Gegengewichts durch Käufe.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der 26. August. Nvidia hat für diesen Tag um 14:00 Uhr Ortszeit die Vorlage der Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 angesetzt. Am Markt wird im Konsens ein Umsatz von rund 91,8 Milliarden Dollar sowie ein Gewinn pro Aktie von 2,08 Dollar erwartet. Angesichts der jüngsten Großaufträge und der gleichzeitig kolportierten Speicherengpässe dürfte der Bericht Aufschluss darüber geben, wie belastbar die Lieferketten des Unternehmens tatsächlich sind.