Nvidia bringt seine nächste Chip-Generation in Serie. Der Kurs reagiert am Mittwoch mit einem Plus von 2,94 Prozent auf 187,22 Euro. Damit rückt die Aktie wieder näher an ihr Jahreshoch heran, das im Mai bei 202,50 Euro lag.
Vera Rubin geht in die Vollproduktion
Nvidia bestätigte am Dienstag: Die neue Vera-Rubin-Architektur läuft jetzt in Serienfertigung. Erste Systeme gehen bereits an große Rechenzentrumsbetreiber. Ian Buck, Vizepräsident für Hyperscale und HPC bei Nvidia, sprach von einer laufenden Massenproduktion mit ersten Großkunden.
Erste Leistungsdaten von Partner CoreWeave zeigen einen deutlichen Effizienzsprung. Mit dem DeepSeek-R1-Modell erreicht die Vera-Rubin-NVL72-Plattform etwa den zehnfachen Token-Durchsatz pro Megawatt im Vergleich zur bisherigen Grace-Blackwell-Architektur. Das ist ein Wort in einer Branche, in der Stromverbrauch zum limitierenden Faktor für neue KI-Fabriken geworden ist.
Der Rollout nimmt bereits konkrete Formen an. OpenAI will die neuen Systeme ab dem dritten Quartal 2026 im großen Stil einsetzen — Teil einer Partnerschaft, die beide Unternehmen bereits Ende 2025 vereinbart hatten. Auch Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle Cloud Infrastructure zählen zu den frühen Abnehmern.
Neues Werkzeug gegen KI-Fälschungen
Auf der SIGGRAPH-2026-Konferenz stellte Nvidia in dieser Woche zudem seinen „Synthetic Video Detector“ vor. Der Dienst gehört zur Plattform „NVIDIA AI for Media“ und soll Redaktionen und Sendern helfen, KI-generierte Videos in Echtzeit zu erkennen.
Das Tool verarbeitet 1080p-Video in nur 22 Millisekunden und gibt eine Wahrscheinlichkeitsbewertung aus. Bei unkomprimiertem Videomaterial erreichte das System in internen Tests eine Trefferquote von bis zu 92 Prozent. Über Partner wie Wowza soll die Technologie direkt in Live-Broadcast-Workflows einfließen.
Analysten sehen mehr als nur Chips
Der Kursanstieg am Mittwoch bekam Rückenwind von einer frischen Kaufempfehlung der DZ Bank. Analyst Ingo Wermann bestätigte sein Kursziel von 275 US-Dollar und verwies auf das langfristige Potenzial von Nvidias Lösungen in der physischen KI und bei humanoiden Robotern. Die aktuelle Bewertung bleibe im Branchenvergleich attraktiv, wenn man das künftige Wachstum bei automatisierten Systemen einrechne.
Charttechnisch notiert die Aktie derzeit 3,19 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 181,43 Euro — ein Zeichen für intakten kurzfristigen Aufwärtstrend. Der RSI von 58,6 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen.
Die nächste Bewährungsprobe kommt am 26. August 2026. Dann legt Nvidia seine Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Der Markt erwartet darin die ersten belastbaren Kennzahlen zum Hochlauf von Vera Rubin und zur Nachfrage nach der Vera-CPU in agentenbasierten KI-Anwendungen.
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