OHB: 1,2 Milliarden Verwässerung zur Abstimmung

OHB-Aktionäre stimmen über mögliche Kapitalerhöhung ab, während Großaktionär KKR seinen Anteil massiv reduziert.

OHB SE Aktie
Kurz & knapp:
  • KKR verkauft große Aktienpakete
  • Verwässerung um bis zu 20% droht
  • Operativ starkes Quartal mit Rekordaufträgen
  • Aktienkurs verliert nach Ankündigung deutlich

Morgen entscheiden OHB-Aktionäre über ein Vorhaben, das das Grundkapital um bis zu 20 Prozent verwässern könnte. Gleichzeitig drückt ein Großaktionär auf den Ausgang. Der Zeitpunkt ist brisant.

KKR will raus — schnell

Finanzinvestor KKR hält rund 29 Prozent der OHB-Aktien. Bis zum 30. Juni 2026 will KKR etwa 20 Prozentpunkte davon verkaufen. Das würde den Streubesitz von derzeit rund 6 Prozent auf etwa 26 Prozent heben — ein massiver Angebotsschock für den Markt.

Die Hauptversammlung am 8. Juni findet virtuell statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Ermächtigung des Vorstands, Wandel- und Optionsschuldverschreibungen im Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro auszugeben. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat sich dagegen ausgesprochen. Die Kritik ist nachvollziehbar: Eine Verwässerung um ein Fünftel trifft Bestandsaktionäre direkt.

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Operativ glänzt OHB — das ist die andere Seite

Das Geschäft selbst läuft gut. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 15 Prozent. Die Gesamtleistung erreichte 279,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 3,35 Milliarden Euro — allein das Segment Space Systems steuert 2,68 Milliarden Euro bei.

Rückenwind kommt auch von der RAMSES-Mission. ESA und JAXA schicken gemeinsam eine Sonde zum Asteroiden Apophis, der im April 2029 die Erde in nur 32.000 Kilometern Entfernung passiert. OHB Italia baut das Kernmodul in Mailand. Der ESA-Vertrag hat einen Wert von 81,2 Millionen Euro, der Gesamtrahmen inklusive Vorarbeiten liegt bei rund 150 Millionen Euro.

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Kurs unter Druck, Volatilität extrem

Die Aktie schloss am Freitag bei 372,50 Euro — ein Tagesverlust von 9,15 Prozent. Über sieben Tage summiert sich das Minus auf knapp 15 Prozent. Seit Jahresanfang liegt der Kurs trotzdem noch gut 207 Prozent im Plus.

Das Bild zeigt, wie heiß die Aktie gelaufen ist. Das 52-Wochen-Hoch bei 688 Euro datiert vom 21. Mai 2026 — seither hat der Kurs fast die Hälfte dieses Niveaus verloren. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 142 Prozent spricht für sich.

Direkt nach der Hauptversammlung folgt die ILA Berlin vom 10. bis 14. Juni. OHB plant dort, neue Missionsverträge zu präsentieren. Ob das reicht, um die Stimmung nach dem Kapitalmaßnahmen-Streit zu drehen, wird sich an den Auftragsmeldungen der nächsten Wochen zeigen.

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