OHB: 150-Millionen-Auftrag für RAMSES-Sonde

OHB verliert trotz 150-Millionen-Euro-Auftrag für Asteroidenmission fast zehn Prozent. Die Aktie bleibt extrem volatil.

OHB SE Aktie
Kurz & knapp:
  • ESA beauftragt OHB mit RAMSES-Sonde
  • Aktie fällt um über neun Prozent
  • Jahresrally von 375 Prozent seit Mai
  • Hauptversammlung am 8. Juni erwartet

Während OHB in Bremen gerade die ersten Strukturkomponenten einer Weltraummission zusammenschraubt, die den Kurs der Planetaren Verteidigung Europas mitbestimmen könnte, verlor die Aktie am Freitag fast zehn Prozent. Starke Nachrichten, schwache Kurse — das ist die Spannung, die OHB-Anleger derzeit beschäftigt.

RAMSES: 150 Millionen Euro, 3,5 Jahre, ein Asteroid

Die ESA hat OHB Italia im Februar 2026 mit dem Bau der RAMSES-Sonde beauftragt — Auftragsvolumen rund 150 Millionen Euro. Die Raumsonde soll den Asteroiden Apophis vor seinem Erdvorbeiflug im April 2029 begleiten und dabei untersuchen, wie die Schwerkraft der Erde die Struktur des Asteroiden verändert. Start ist für Frühjahr 2028 geplant.

In Bremen laufen bereits die Montagearbeiten: Paneele und mechanische Subsysteme werden zusammengeführt. Das Core Module mit Bordcomputer und Kommunikationssystemen entsteht parallel bei OHB Italia in Mailand. Die Gesamtentwicklungszeit von nur 3,5 Jahren ist für eine derart komplexe Raumfahrtmission außergewöhnlich kurz — OHB baut dabei auf Erfahrungen aus der Hera-Mission auf, die ebenfalls zur Asteroiden-Erkundung konzipiert wurde.

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CEO Marco Fuchs betonte, RAMSES stehe für Europas Anspruch auf eine führende Rolle in der planetaren Verteidigung. Das klingt nach Aufbruch. Der Kurs erzählt eine andere Geschichte.

Aktie unter Druck — trotz Jahresrally

Am Freitag schloss die OHB-Aktie bei 372,50 Euro, ein Tagesverlust von 9,15 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast 15 Prozent. Einordnung: Noch vor rund zwölf Monaten notierte das Papier nahe 64 Euro — die seitdem aufgelaufene Kursvervielfachung von über 375 Prozent zeigt, wie stark die Aktie in kurzer Zeit gelaufen ist. Das 52-Wochen-Hoch von 688 Euro, erst am 21. Mai erreicht, liegt nun fast 46 Prozent entfernt. Eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 142 Prozent unterstreicht: Hier handeln keine geduldigen Langfristinvestoren allein.

Am 8. Juni hält OHB seine ordentliche Hauptversammlung ab — der nächste Termin, der Bewegung in die Aktie bringen könnte.

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