Die OHB-Aktie geriet am Freitag unter Druck. Das Papier verlor zwischenzeitlich bis zu neun Prozent und rutschte auf rund 589 Euro ab — ein scharfer Kontrast zum Vortag, als der Kurs noch zweistellig zugelegt hatte. Hintergrund sind Spekulationen über eine mögliche Aktienplatzierung.

Was bestätigt ist – und was nicht

Eine Aktienplatzierung oder ein Verkauf von OHB-Anteilen durch den Finanzinvestor KKR, der rund 29 Prozent hält, ist nicht bestätigt — weder dem Grunde noch dem Umfang noch hinsichtlich einer Frist nach. OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Angaben zu einem Volumen von über einer Milliarde Euro, zu mandatierten Banken oder zu einem Streubesitzziel von 20 Prozent sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben. Die Gründerfamilie Fuchs behält mit 65 Prozent der Stimmrechte die klare Kontrolle.

Volle Auftragsbücher als Puffer

Operativ liefert der Konzern handfeste Argumente. Im ersten Quartal stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent auf knapp 279 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) legte auf 27,3 Millionen Euro zu. Den eigentlichen Rückhalt bildet der Auftragsbestand, der zuletzt auf einen historischen Höchstwert von 3,35 Milliarden Euro kletterte. Den Löwenanteil steuert das Segment Space Systems bei. Treiber sind zwei Großprojekte:

  • Ein ESA-Auftrag für die EPS-Sterna-Mikrosatellitenkonstellation über 248 Millionen Euro.
  • Der Zuschlag für die RAMSES-Mission zur Erforschung des Asteroiden Apophis.

Bis zu den nächsten Pflichtterminen richtet sich der Blick nach vorn: Am 24. Juni 2026 lädt der Konzern zur Hauptversammlung, am 6. August folgen die Zahlen für das zweite Quartal.