Die Auftragsbücher quellen über, die Geschäfte laufen glänzend. Ein starkes Fundament. Parallel dazu schwebt ein gigantisches Aktienpaket wie ein Damoklesschwert über dem Bremer Raumfahrtkonzern OHB. Der Finanzinvestor KKR will Kasse machen und Anteile im Wert von über einer Milliarde Euro abstoßen. Das blockiert aktuell den Kurs.

Das KKR-Paket und neue Milliarden

KKR hält rund 29 Prozent an OHB. Bis Ende Juni will der Investor etwa 20 Prozentpunkte davon platzieren. Mehrere Banken bereiten diese massive Blocktransaktion vor. Ein Vollzug steht noch aus. Die Gründerfamilie Fuchs behält indes mit 65 Prozent der Stimmrechte die Kontrolle.

Im gleichen Schritt baut das Management vor. Die Hauptversammlung billigte am 8. Juni eine weitreichende Finanzarchitektur. Der Vorstand darf nun Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen bis zu 1,2 Milliarden Euro ausgeben. Aktionäre nicken zudem die konstante Dividende von 0,60 Euro ab.

Volle Bücher, ehrgeizige Ziele

Operativ läuft es rund. Im ersten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro. Die Gesamtleistung wuchs zweistellig. Der Auftragsbestand erreichte Ende März ein neues Allzeithoch von 3,35 Milliarden Euro.

Haupttreiber ist das Segment Space Systems. Hier profitiert OHB von europäischen Verteidigungsbudgets und Aufträgen der Raumfahrtagentur ESA. Ein Beispiel ist die RAMSES-Sonde zur planetaren Verteidigung. Allein dieser Vertrag bringt ein Gesamtvolumen von rund 150 Millionen Euro.

Das Management blickt optimistisch nach vorn. Für das laufende Jahr plant OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro. Bis 2028 soll dieser Wert massiv steigen. Die angestrebte operative Marge liegt bei 11 Prozent.

Blick auf den Kurs

Die Börse honoriert die operative Stärke. Seit Jahresbeginn schoss die Aktie um sagenhafte 220 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 389,50 Euro. Das Rekordhoch aus dem Mai liegt allerdings noch 43 Prozent entfernt.

Die laufende Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin liefert dem Konzern nun eine prominente Bühne für neue Aufträge. Der kurzfristige Richtungsimpuls hängt jedoch an der KKR-Platzierung. Sobald diese Transaktion über die Bühne geht, fällt ein gewaltiger Unsicherheitsfaktor weg.