Ein Konsortium aus OHB, Airbus Defence and Space und Rheinmetall bewirbt sich gemeinsam um das Projekt SATCOMBw Stufe 4 — ein großvolumiges Satellitenkommunikationsnetz der Bundeswehr. Für OHB wäre ein Zuschlag weit mehr als ein einzelner Auftrag: Er würde die gesamte mittelfristige Wachstumsstrategie untermauern.

Klare Rollenverteilung im Konsortium

In der geplanten Partnerschaft übernimmt OHB die Satellitenfertigung, Rheinmetall die militärische Systemintegration. Das Netzwerk soll souverän und unabhängig von US-amerikanischen Systemen operieren — ein Aspekt, der angesichts steigender nationaler Verteidigungsbudgets politisch an Gewicht gewinnt.

OHB hat die operative Vorbereitung bereits eingeleitet. Im Oktober vergangenen Jahres erwarb das Bremer Unternehmen ein Werk im sächsischen Schöneck, das die nötigen Kapazitäten für eine mögliche Serienfertigung von Satellitenkonstellationen im niedrigen Erdorbit schaffen soll.

Jahresabschluss am 19. März im Blick

Das Timing ist nicht unerheblich: Bereits am Donnerstag, den 19. März 2026, veröffentlicht OHB den geprüften Jahresabschluss für 2025. Marktteilnehmer achten dabei besonders auf die Liquiditätsentwicklung, da hohe Vorleistungen für Großprojekte wie SATCOMBw die Bilanzstruktur belasten können.

Der Auftragsbestand liegt zuletzt bei über 3,1 Milliarden Euro, die Belegschaft umfasst rund 3.800 Mitarbeiter. Bis 2028 plant das Unternehmen, die Gesamtleistung auf über 2,0 Milliarden Euro zu steigern und EBITDA-Margen von über 12 Prozent zu erreichen. Ein Erfolg im Bieterwettbewerb um das Bundeswehr-Netzwerk gilt als wesentlicher Baustein für beide Ziele.

Parallel wächst der Wettbewerbsdruck: Bestrebungen zur Konsolidierung europäischer Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo könnten die Kräfteverhältnisse in der Branche mittelfristig verschieben. Für OHB bleibt der Ausgang des SATCOMBw-Verfahrens damit eine der zentralen Weichenstellungen der kommenden Monate.