OHB bestätigt Gespräche mit Rheinmetall über eine mögliche Kooperation – und damit geht es um nicht weniger als das größte Weltraumprojekt in der Geschichte der Bundeswehr. Parallel wächst der Auftragsbestand deutlich, und das Management hat die Ziele bis 2028 angehoben. Doch wie groß könnte der Hebel werden, wenn OHB beim SATCOMBw-Programm tatsächlich zum Zug kommt?
SATCOMBw Stufe 4: Kooperation mit Rheinmetall bestätigt
OHB hat offiziell bestätigt, mit Rheinmetall über eine Zusammenarbeit für die Teilnahme an möglichen öffentlichen Vergabeverfahren zu sprechen. Im Zentrum steht „SATCOMBw Stufe 4“, das als größter Einzel-Weltraumauftrag der Bundeswehr gilt.
Technisch geht es um einen klaren Strategiewechsel: Statt weniger geostationärer Satelliten wie bei Stufe 3 (rund 36.000 Kilometer Höhe) soll Stufe 4 auf ein Netzwerk vieler Satelliten im niedrigen Erdorbit setzen. Das senkt die Signallatenz. Das System soll Panzer, Schiffe, Flugzeuge und Soldaten weltweit vernetzen und insbesondere Einsätze an der Ostflanke der NATO absichern.
Nach Informationen des Handelsblatts könnten für Stufe 4 Aufträge im Wert von bis zu 10 Milliarden Euro ausgeschrieben werden – und damit etwa fünfmal so viel wie bei Stufe 3.
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Konkurrenz zu Airbus – und Rückenwind aus dem Auftragsbuch
Eine mögliche Kooperation OHB/Rheinmetall würde in direktem Wettbewerb mit Airbus stehen. Airbus hatte sich im Juni 2024 den Auftrag für das Vorgängerprojekt SATCOMBw Stufe 3 gesichert und hat auch Interesse an Stufe 4 signalisiert.
Unabhängig davon zeigt OHB operativ zuletzt mehr Dynamik: 2025 stieg der Auftragseingang um 24% auf rund 2,1 Milliarden Euro. Der feste Auftragsbestand legte sogar um 47% auf über 3,1 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres wuchs der Umsatz um 21% auf 863,5 Millionen Euro, das EBITDA stieg von 62,4 auf 75,5 Millionen Euro.
Auf dem Capital Market Day am 20. Januar hat das Management zudem eine aktualisierte Mittelfristplanung vorgelegt und den bisherigen Ausblick für 2026 und 2027 nach oben korrigiert. Zielgrößen: 2026 eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro (EBITDA-Marge 11%), 2027 1,7 Milliarden Euro (12%) und ab 2028 mehr als 2,0 Milliarden Euro. Mittelfristig strebt der Konzern zudem einen durchschnittlichen jährlichen Auftragseingang von rund 3 Milliarden Euro an.
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Zivile Mondpläne und mehr Wettbewerbsdruck
Neben dem Verteidigungsgeschäft baut OHB auch zivile Aktivitäten aus: Mit der Gründung der European Moonport Company bündelt das Unternehmen in Oberpfaffenhofen bei München seine Arbeiten für künftige Mondmissionen. Geplant ist Infrastruktur auf dem Mond – von Start- und Landeplattformen bis hin zu Versorgungs- sowie Navigations- und Kommunikationsfähigkeiten.
Gleichzeitig nimmt der strukturelle Wettbewerb zu: Mit der angekündigten Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo entsteht ein europäischer Großkonkurrent, der den Druck auf OHB erhöhen dürfte.
Konkreter nächster Termin ist die Bilanzpressekonferenz zum geprüften Jahresabschluss 2025 am 19. März; anschließend folgen die Q1-Zahlen am 7. Mai, die Hauptversammlung am 24. Juni und die Q2-Zahlen am 6. August.
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