OHB holt sich Verstärkung an der Spitze — und das aus gutem Grund. Der Raumfahrtkonzern wächst rasant, doch die operative Umsetzung dieses Wachstums braucht eine eigene Führungskraft.

Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt Dr. Luis Alejandro Orellano die neu geschaffene Position des Chief Operating Officers im Gruppenvorstand. Die Berufung fiel auf den Tag der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Juni 2026.

Erfahrung aus der Schwerlast-Industrie

Orellano ist promovierter Luft- und Raumfahrtingenieur. Seine Karriere führte ihn über mehr als 17 Jahre bei DaimlerChrysler und Bombardier bis hin zu thyssenkrupp Marine Systems. Dort verantwortete er als COO die Wertschöpfung in komplexen U-Boot- und Fregattenprogrammen — Projekte mit langen Laufzeiten, hohem Koordinationsaufwand und messbaren Effekten auf Kosten und Produktionszeit. Zuletzt leitete er als Executive Vice President den Bereich Technology Systems bei Rohde & Schwarz.

Das Profil passt zur Aufgabe. OHB will Großprojekte künftig enger mit der industriellen Produktion verzahnen.

Rekordauftragsbestand trifft auf Skalierungsdruck

Der Hintergrund für die neue Rolle ist konkret: Im ersten Quartal 2026 legte der Umsatz um 15 Prozent zu. Die Gesamtleistung erreichte 279,3 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA stieg um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand klettert auf ein Rekordniveau von 3,35 Milliarden Euro.

Die Wachstumsziele sind ambitioniert. OHB plant für 2026 eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro, 2027 sollen 1,7 Milliarden Euro folgen. Für 2028 peilt der Konzern mehr als 2,0 Milliarden Euro an — bei einer angestrebten EBITDA-Marge von 11 Prozent.

Parallel dazu erhält der Aufsichtsrat mit Dr. Theodor Weimer ein neues Mitglied. Er ersetzt Claire Wellby und wurde für drei Jahre gewählt.

KKR-Überhang belastet den Kurs

Die Aktie notiert bei 371,00 Euro — rund 46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 688,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von über 205 Prozent.

Der Grund für den Rücksetzer ist bekannt: Finanzinvestor KKR hält rund 29 Prozent an OHB und muss davon etwa 20 Prozentpunkte bis Ende Juni am Markt platzieren. Dieses Aktienpaket drückt auf den Kurs. Sobald die Blocktransaktion abgeschlossen ist, fällt dieser Überhang weg — und der Markt kann die operative Entwicklung wieder unverzerrt bewerten.