OHB: HPS baut Antenne für Ramses-Sonde

Fortschritte bei der Ramses-Raumsonde und ein hoher Auftragsbestand stützen die OHB-Aktie nach deutlichen Kursverlusten.

OHB SE Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie erholt sich um über vier Prozent
  • Ramses-Mission erreicht Hardware-Phase
  • Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Geringer Streubesitz verstärkt Kursschwankungen

OHB meldet Fortschritte im Raumfahrtgeschäft. Die Aktie reagiert mit einer spürbaren Erholung, nachdem der Wochenstart hart ausgefallen war. Am Donnerstag stieg der Titel im XETRA-Handel um 4,53 Prozent auf 473,00 Euro. Nach drei schwachen Handelstagen hatten die Papiere zeitweise rund ein Viertel ihres Werts verloren.

Ramses kommt in die Hardware-Phase

Der aktuelle Impuls kommt aus der europäischen Ramses-Mission. OHB Italia hat auf der SmallSat Conference in Amsterdam einen Vertrag mit der HPS GmbH unterzeichnet. HPS soll die Kommunikationsantenne für die Sonde entwickeln und fertigen.

Damit verlässt das Projekt die reine Planung. Für OHB ist das wichtig, weil Ramses ein sichtbarer Baustein im europäischen Raumfahrtprogramm ist. Die Sonde soll 2028 starten und den Asteroiden Apophis bei seinem nahen Vorbeiflug an der Erde am 13. April 2029 begleiten.

Der größere Rahmen steht bereits. Die Europäische Weltraumorganisation hatte OHB Italia im Februar 2026 den Bauauftrag für die Sonde erteilt. Das Volumen liegt bei 81,2 Millionen Euro.

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Auftragsbestand stützt die Story

Der Kursanstieg hängt auch mit der bestehenden Auftragslage zusammen. OHB wies zum Ende des ersten Quartals einen Auftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 2,68 Milliarden Euro auf Space Systems, das wichtigste Segment des Konzerns.

OHB Italia spielt dabei eine eigene Rolle. Die Tochter kommt auf einen Auftragsbestand von 412 Millionen Euro und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 172 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung des Konzerns lag am Donnerstag bei rund 9,42 Milliarden Euro.

Diese Zahlen erklären, warum einzelne Projektschritte am Markt wahrgenommen werden. Ramses allein verändert die Größe des Konzerns nicht. Es zeigt aber, dass OHB in europäischen Missionen weiter gut verankert bleibt.

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Kleiner Streubesitz, große Ausschläge

Die starken Kursbewegungen haben noch einen zweiten Treiber. Analysten verweisen auf den sehr geringen Streubesitz der Aktie. Der Freefloat liegt bei nur 5,7 Prozent, weil die Familie Fuchs und KKR den Großteil der Anteile halten.

Das macht die Aktie anfällig für starke Ausschläge. Schon begrenzte Käufe oder Verkäufe können den Kurs deutlich bewegen. Kein Wunder, dass die Reaktion auf neue Projektmeldungen kräftiger ausfällt als bei breiter gehandelten Titeln.

Am 8. Juni 2026 folgt die ordentliche Hauptversammlung. Dort dürfte vor allem interessieren, wie OHB seine Finanzplanung und die militärischen Raumfahrtprogramme einordnet. Deutschland plant in diesem Bereich Investitionen von 35 Milliarden Euro. Für OHB bleibt das der zentrale Wachstumspfad neben zivilen Missionen wie Ramses.

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