Sieben neue Partner, ein milliardenschweres Satellitenprojekt und ein Großaktionär, der sein Paket loswerden will — bei OHB SE verdichten sich die Nachrichten. Die Aktie notiert derweil bei 409,50 Euro, rund 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Mai. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 237 Prozent.
KIRK schließt sieben neue Kooperationen
Im Mittelpunkt steht das Joint Venture KIRK — gegründet von OHB und dem KI-Spezialisten Helsing. Auf der ILA in Berlin unterzeichnete KIRK heute Absichtserklärungen mit sieben Start-ups und mittelständischen Unternehmen. Das Ziel: Technologien aus dem „New Space“-Sektor schneller in europäische Aufklärungs- und Verteidigungssatelliten einzubinden.
Neben OHB und Helsing gehören Kongsberg Defence & Aerospace sowie HENSOLDT zum Konsortium. Die Allianz will Entwicklungszyklen bei komplexen Satellitensystemen verkürzen. Europa soll technologisch unabhängiger werden — das ist die klare Botschaft.
Parallel dazu trägt OHB seit dem 11. Juni ein weiteres Joint Venture im Handelsregister: die OHB Rheinmetall Space Networks GmbH. Sie richtet sich auf das Militärprojekt SATCOMBw Stufe 4 aus, das ein potenzielles Auftragsvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro umfasst.
KKR-Paket und Wandelanleihen im Blick
Das Finanzumfeld bleibt bewegt. Nach der Hauptversammlung vom 8. Juni kann der Vorstand bis 2031 Wandelanleihen und Genussrechte von bis zu 1,2 Milliarden Euro ausgeben. Das Kapital soll Wachstum und Produktionsskalierung finanzieren.
Außerdem wartet der Markt auf den KKR-Aktienverkauf. Ursprünglich für Mitte Juni geplant, verschob ein Bankenkonsortium den Prozess auf den 30. Juni — wegen des zeitgleichen SpaceX-Börsengangs und des damit verbundenen Investoreninteresses. Gelingt die Platzierung, steigt der Streubesitz der bisher marktengen Aktie spürbar.
Erstflug als nächster Katalysator
Für den Juli plant OHB den Erstflug eines neuen Trägersystems. Das wäre ein konkreter Impuls für das Segment „Access to Space“ — und ein weiterer Termin, den Investoren im Kalender haben. Bis dahin bleibt der KKR-Deal der kurzfristig entscheidende Faktor für die Handelsdynamik der Aktie.
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