OHB baut seine Rolle im europäischen Mondprogramm Argonaut weiter aus. Der Bremer Raumfahrtkonzern hat MDA Space UK einen wichtigen Entwicklungsauftrag erteilt. Die Aktie bleibt davon unbeeindruckt und kämpft weiter mit den Nachwirkungen einer milliardenschweren Kapitalerhöhung.
Sensor-Technologie für autonome Mondlandungen
OHB System hat MDA Space UK eine Pre-Authorisation to Proceed erteilt. Der Auftrag betrifft die Entwicklung von Landesensorik für künftige europäische Mondlander. Die Technologie soll Gefahren auf der Mondoberfläche automatisch erkennen und sichere Landungen ermöglichen.
Die Vereinbarung wurde bei der Farnborough International Airshow besiegelt. Vertreter von OHB, MDA Space, Thales Alenia Space und der ESA trafen sich dort. Vorbehaltlich einer finalen Vereinbarung soll MDA Space zwei Flugeinheiten seines LEIA-LiDAR-Sensors liefern. Diese sind für die erste Argonaut-Mondmission bestimmt.
Argonaut soll Europa erstmals eine regelmäßige Frachtverbindung zur Mondoberfläche verschaffen. Thales Alenia Space führt das Programm als Hauptauftragnehmer. Das Unternehmen ist ein Joint Venture von Thales und Leonardo. OHB System verantwortet innerhalb des Programms mehrere Subsysteme: Navigation, Kommunikation und die Stromversorgung der Lander.
OHB-Vorstandschef Marco Fuchs betonte die strategische Bedeutung des Mondprojekts für den Konzern. Das Programm zählt zu den Vorzeigeprojekten der europäischen Raumfahrtindustrie.
Kapitalerhöhung belastet die Aktie
Der operative Fortschritt trifft auf ein schwieriges Kursumfeld. Die OHB-Aktie notiert bei 247,50 Euro und büßt binnen eines Monats über ein Drittel ihres Werts ein. Grund ist die milliardenschwere Kapitalerhöhung im Juni und Juli 2026, die weiterhin für Verkaufsdruck sorgt.
Der Blick auf längere Zeiträume zeigt allerdings ein anderes Bild. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit über 111 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs sogar mehr als verdreifacht. Die aktuelle Schwäche ist also eine Korrektur nach einer außergewöhnlichen Rally, kein grundsätzlicher Kurswechsel.
Die technischen Daten spiegeln diese Zerrissenheit wider. Mit einem RSI von 34,7 nähert sich die Aktie einer überverkauften Zone. Die annualisierte Volatilität von knapp 80 Prozent zeigt: Ruhe kehrt hier vorerst nicht ein.
Der Argonaut-Auftrag zeigt, dass OHB seine industrielle Position in der europäischen Raumfahrt festigt. Für den Kursverlauf bleibt das kurzfristig zweitrangig. Solange die Nachwirkungen der Kapitalerhöhung den Handel dominieren, dürfte die Aktie von operativen Erfolgen wie diesem wenig profitieren.
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