Rund um die Aktionärsstruktur von OHB kursieren seit Wochen Spekulationen. Mal ist von einem Rückzug von der Börse die Rede, mal vom Gegenteil. Belegt ist davon nichts.

Was bestätigt ist – und was nicht

Eine Kapitalerhöhung samt Umplatzierung von Anteilen mit dem Investor KKR ist nicht bestätigt — weder dem Grunde noch dem Umfang noch hinsichtlich eines Zeitplans nach. OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Angaben zu einem Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar oder zu einem Streubesitzziel von 20 Prozent sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben. Bislang hält die Familie Fuchs rund 65 Prozent der Papiere, KKR knapp 29 Prozent.

Rekordzahlen stützen das Fundament

Die operative Basis stimmt. Im ersten Quartal steigerte OHB die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 15,2 Millionen Euro. Parallel wuchs das Auftragspolster auf den Rekordwert von 3,35 Milliarden Euro. Den größten Teil liefert das Kernsegment Space Systems mit 2,68 Milliarden Euro. Mittelfristig peilt der Vorstand einen jährlichen Auftragseingang von drei Milliarden Euro an.

Neuer Auftrag der ESA

Einen direkten Erfolg verbuchte das Unternehmen bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Die Behörde wählte die Erdbeobachtungsmission SOVA-S für die nächste Entwicklungsphase aus. Die Führung übernimmt die Tochtergesellschaft OHB Czechspace. Der Satellit soll atmosphärische Schwerewellen in Höhen von 80 bis 120 Kilometern messen. Das Budget liegt bei unter 35 Millionen Euro, der Start ist innerhalb von drei Jahren nach Projektbeginn geplant.

Blick auf Chart und Kalender

Auf dem aktuellen Kursniveau dient die Zone um 545,00 Euro als kurzfristige Unterstützung. Nach oben bildet das jüngste Hoch bei 633,00 Euro den nächsten massiven Widerstand. Am 8. Juni 2026 steht die ordentliche Hauptversammlung an. Neue operative Einblicke folgen am 6. August mit dem Bericht zum zweiten Quartal.