Ein Raumfahrtkonzern mit kaum 6 Prozent Streubesitz steht vor einer wichtigen Hauptversammlung. Die OHB SE entscheidet am 8. Juni über einen neuen Kapitalrahmen — mit möglichen Folgen für die Aktionärsstruktur.

Fast alles in Familienhand

Der Bremer Satellitenbauer ist an der Börse kaum handelbar. Nur rund 5,68 Prozent der Aktien befinden sich im freien Umlauf — der Rest liegt bei der Familie Fuchs mit gut 65 Prozent und Finanzinvestor KKR mit knapp 29 Prozent. Das Ergebnis: geringe Liquidität, hohe Kursschwankungen, kein Zugang für viele institutionelle Investoren.

Was bestätigt ist – und was nicht

Am Markt wird über eine mögliche Aktienplatzierung spekuliert, die den Streubesitz erhöhen würde. Bestätigt ist davon nichts: OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Angaben zu einem Volumen oder zu einem konkreten Zeitplan sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben. Die Familie Fuchs würde die Kontrolle behalten.

Rekordauftragsbestand stützt das Fundament

Im ersten Quartal 2026 wuchs die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand kletterte zum 31. März auf 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Höchstwert.

Kurs unter Druck, aber weit über Jahresstart

Die Aktie reagiert bereits. Mit einem Minus von fast 7 Prozent am Mittwoch und einem Rückgang von rund 19 Prozent in der laufenden Woche steht die Aktie unter Druck. Seit Jahresbeginn hat das Papier seinen Wert verdreifacht, aktuell notiert es bei 364,50 Euro. Am 8. Juni entscheidet die Hauptversammlung über die konkrete Ausgestaltung des Kapitalrahmens.