OHB schiebt zwei Themen nach vorn, die für die Börsenstory eng zusammenhängen: den ersten konkreten Schritt Richtung Raketenstart und eine kapitalmarktrelevante Hauptversammlung. Die Tochter Rocket Factory Augsburg hat für den 1. Juli ein Startfenster für den ersten Testflug der RFA ONE beantragt. Wenige Wochen davor steht am 8. Juni eine Agenda an, die auch mögliche Verwässerung und Finanzierungsspielraum berührt.
RFA ONE bekommt ein Datum
Mit dem beantragten Startfenster wird aus der Raketenambition ein konkreter Zeitplan. RFA will mit der Trägerrakete RFA ONE in den kommerziellen Startmarkt vorstoßen. Das ist für OHB strategisch wichtig, weil der Konzern damit näher an eigene Startkapazitäten rückt.
Operativ hat die Tochter bereits mehrere Bausteine vorgelegt. Die Helix-Triebwerke wurden in Kiruna getestet, ein RFA-ONE-Fahrzeug steht in der Integrationshalle von SaxaVord. Auch der Startturm nimmt weiter Form an.
Der erste Startversuch ist noch für 2026 geplant. Ab 2028 soll die Serienproduktion anlaufen, mittelfristig hält OHB bis zu 25 Starts pro Jahr für möglich. Das dürfte spannend werden, weil der Konzern hier einen neuen Wachstumspfad eröffnet, während das Kerngeschäft weiter den Großteil trägt.
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Space Systems bleibt der operative Anker. Das Segment steuert 76 Prozent der Segment-Gesamtleistung bei und zeigt damit, wo OHB heute noch den Schwerpunkt hat.
Hauptversammlung mit Kapitalmarktstoff
Die ordentliche Hauptversammlung findet am 8. Juni 2026 virtuell statt. Auf der Tagesordnung steht ein geplantes Aktienoptionsprogramm, das Vorstand und Aufsichtsrat zur Abstimmung stellen.
Vorgesehen sind bis zu 576.447 Bezugsrechte auf ebenso viele Aktien. Sie können an ausgewählte Vorstandsmitglieder, Arbeitnehmer sowie Führungskräfte und Mitarbeiter verbundener Unternehmen ausgegeben werden. Die Ermächtigung soll bis Juni 2031 laufen.
Der Rahmen ist gedeckelt: Der anteilige Betrag am Grundkapital darf 3,0 Prozent nicht überschreiten. Neue Aktien entstehen nur, wenn Optionen tatsächlich ausgeübt werden und OHB keine eigenen Aktien zur Bedienung einsetzt. Für Aktionäre ist das kein sofortiger Effekt, aber ein klarer Punkt auf der Verwässerungsseite.
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Platzierung soll Wachstum finanzieren
Parallel bereitet OHB eine größere Aktienplatzierung vor. Das Bankenkonsortium wurde erweitert: Berenberg und Commerzbank kommen neu hinzu und arbeiten mit Jefferies sowie UniCredit zusammen. Bereits mandatiert waren Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan.
Damit umfasst das Konsortium sieben Banken. Ziel ist, den Streubesitz mittelfristig auf rund 20 Prozent zu erhöhen. Der genaue Zeitplan hängt von den Marktbedingungen ab, ein Abschluss noch im ersten Halbjahr 2026 bleibt das Ziel.
Das Kapital soll nicht kosmetisch wirken, sondern in große Projekte fließen. OHB nennt die Vorfinanzierung großer Konstellationsprojekte und den Ausbau der Fertigungskapazitäten als Verwendungszweck. Genau hier treffen operative Ambition und Kapitalmarktbedarf aufeinander.
Die operative Basis liefert Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 200,8 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 9,7 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte mit 3,35 Milliarden Euro einen neuen Rekord.
Der nächste Prüfpunkt ist die Hauptversammlung am 8. Juni, danach folgt das beantragte RFA-ONE-Startfenster am 1. Juli. Am 6. August stehen die Q2-Ergebnisse an — dann wird sichtbar, wie stabil das klassische Raumfahrtgeschäft die Expansionspläne weiter trägt.
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