OHB könnte bei einem der größten Bundeswehr-Beschaffungsvorhaben überhaupt eine Schlüsselrolle bekommen. Laut einem Bloomberg-Bericht plant Airbus Defence and Space zusammen mit Rheinmetall und OHB ein Konsortium für SATCOMBw Stufe 4 – ein Projekt mit einem geschätzten Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro. Doch wie realistisch ist ein Zuschlag für dieses Bündnis?
SATCOMBw: Rollen klar verteilt
Airbus soll das deutsche Beschaffungsamt darüber informiert haben, dass man sich für SATCOMBw Stufe 4 gemeinsam mit Rheinmetall und OHB bewerben will. Ziel ist ein Starlink-ähnliches Satelliten-Internet für die Bundeswehr.
Das Projekt sieht laut Bericht eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit vor. Bis 2029 soll damit eine souveräne Satellitenkommunikation aufgebaut werden, die unabhängig von US-Systemen funktioniert.
Im geplanten Dreierkonsortium sind die Aufgaben bereits abgesteckt: Rheinmetall übernimmt die militärische Integration als Systemhaus, OHB soll Satellitenfertigung und Engineering liefern. Bereits Ende Januar hatte OHB in einer Ad-hoc-Mitteilung Gespräche mit Rheinmetall über eine Kooperation bei öffentlichen Vergabeverfahren bestätigt – SATCOMBw Stufe 4 stand dabei im Mittelpunkt. Die mögliche Einbindung von Airbus hebt das Vorhaben nun auf eine deutlich größere Bühne.
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OHB hat zudem Kapazitäten vorbereitet: Im Oktober 2025 übernahm der Konzern ein Werk in Schöneck (Sachsen), um eine mögliche Serienfertigung zu unterstützen.
Konkurrenz und zusätzliche Treiber
Ein Konsortium ist noch kein Auftrag. Der Wettbewerb bleibt laut Text intensiv: Airbus ist Betreiber der bisherigen SATCOMBw-Stufen 2 und 3 und hat Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium bestätigt. Zusätzlich verweist OHB auf den Druck durch die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo, die einen starken europäischen Wettbewerber schaffen würde.
Abseits der Verteidigungsthematik kommen aus dem zivilen Geschäft konkrete Impulse. Die Ariane-6-Rakete absolvierte am 12. Februar ihren ersten kommerziellen Einsatz und brachte 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit. Das ist für die OHB-Tochter MT Aerospace relevant, die Tanks und Strukturkomponenten liefert und rund 10% Arbeitsanteil am Ariane-6-Programm hat. Seit der vollständigen Konsolidierung von MT Aerospace im Oktober 2025 fließen die Erlöse aus 18 fest gebuchten Amazon-Starts vollständig in die OHB-Bilanz.
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Zusätzlich meldete OHB im Wissenschaftsbereich einen Auftrag: Die italienische Tochter unterschrieb am 10. Februar einen ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro zur Entwicklung des RAMSES-Raumfahrzeugs für die Untersuchung des Asteroiden Apophis. Einschließlich vorbereitender Maßnahmen liegt das Gesamtprojektvolumen bei rund 150 Millionen Euro.
Auftragspolster und Ziele: Nächster Termin heute in Sicht
Operativ verweist OHB auf ein wachsendes Auftragspolster. Für 2025 stieg der Auftragseingang um 24% auf rund 2,1 Milliarden Euro, der feste Auftragsbestand legte um 47% auf über 3,1 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten 2025 erreichte die Gruppe eine Gesamtleistung von 863,5 Millionen Euro (+21% gegenüber Vorjahr); das EBITDA stieg von 62,4 auf 75,5 Millionen Euro.
Mittelfristig hat OHB die Ziele angehoben: Für 2026 stehen 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung bei 11% EBITDA-Marge und 8% EBIT-Marge im Plan. Für 2027 werden 1,7 Milliarden Euro bei 12% EBITDA-Marge angestrebt, ab 2028 soll die Gesamtleistung über 2,0 Milliarden Euro liegen. Als Basis nennt der Konzern steigende Budgets von ESA, EU und nationalen Kunden – mit wachsender Bedeutung des Verteidigungsmarkts.
Am 19. März präsentiert OHB die geprüften Konzernabschlüsse für 2025. Parallel dürfte sich die Entscheidung zu SATCOMBw Stufe 4 laut Text über mehrere Monate ziehen – der Termin im März liefert damit zunächst den konkreten Zahlen-Check, bevor das Großprojekt in die nächste Phase geht.
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