Alfred Stern geht, Emma Delaney kommt — und OMV nutzt den Führungswechsel für einen umfassenden Umbau der Vorstandsvergütung. Parallel dazu nimmt der österreichische Energiekonzern den größten heimischen Gasfund seit vier Jahrzehnten in Betrieb. Gleich drei Entwicklungen prägen das Bild auf einmal.
Vergütung: Mehr Bares, weniger CEO-Privileg
Ab 2026 zahlt OMV den Jahresbonus vollständig in bar aus. Bislang floss ein Drittel davon verpflichtend in Aktien — diese Komponente wandert künftig in einen separaten Long Term Incentive Plan. Die Trennung soll Transparenz schaffen und Anreize klarer strukturieren.
Auffälliger ist die Neuregelung bei der Aktienhaltepflicht. Alle Vorstandsmitglieder müssen künftig Aktien im Wert von 100 Prozent ihres Jahresgrundgehalts halten. Für den CEO bedeutet das eine Halbierung — bisher galt für ihn eine Anforderung von 200 Prozent.
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ESG- und Sicherheitsziele machen künftig 30 Prozent der Bonusgewichtung aus. Bei Sicherheitsmängeln greift ein Malus von bis zu 20 Prozent, bei schweren Vorfällen kann die variable Vergütung komplett entfallen. Die bisherige „Change-of-Control“-Klausel wird gestrichen.
Wittau: Österreichs größter Gasfund läuft an
In Niederösterreich hat OMV die Gasförderung in Wittau aufgenommen — dem bedeutendsten Fund des Landes seit 1986. Rund 150 Millionen Euro flossen in das Projekt, aufgeteilt auf Bohrungen und Infrastruktur.
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In der ersten Förderphase sollen rund 11 Terawattstunden Erdgas gewonnen werden, genug für 100.000 Haushalte über zehn Jahre. Das geschätzte Gesamtpotenzial des Standorts liegt bei bis zu 48 Terawattstunden. Erste Netzlieferungen sind für den Winter 2026/27 geplant.
Führungswechsel im September
CEO Alfred Stern verlässt das Unternehmen. Seine Nachfolgerin Emma Delaney, zuletzt bei BP tätig, übernimmt die Konzernspitze im September 2026. Der Wechsel fällt damit genau in die Phase, in der die neuen Vergütungsregeln anlaufen.
Die Aktie notiert aktuell bei 62,95 Euro und liegt damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 63,85 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um gut 30 Prozent zugelegt — eine Entwicklung, die auch die prognostizierte Dividendenrendite von rund 7,2 Prozent für 2026 in einem anderen Licht erscheinen lässt: Wer früh eingestiegen ist, kassiert Kurs und Ausschüttung zugleich.
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