Das kanadische Pharmaunternehmen Onco-Innovations Limited bereitet einen strategischen Ausbau seines onkologischen Portfolios vor. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde eine unverbindliche Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) mit Ifowonco Informatics Incorporated unterzeichnet.

Gegenstand der Verhandlungen ist eine exklusive Option sowie eine weltweite Lizenz für ein Programm zur Hemmung des Lymphozyten-Aktivierungs-Gens 3 (LAG-3). Die neuartigen niedermolekularen Inhibitoren sollen künftig in Kombination mit den bestehenden DDR-Therapeutika (DNA Damage Response) von Onco-Innovations eingesetzt werden.

Strategischer Fokus auf orale Krebstherapien

Die geplante Kooperation mit Ifowonco zielt auf die Entwicklung oral verfügbarer Wirkstoffe ab. Medienberichten zufolge wird dieser Ansatz im Sektor der Präzisionsonkologie als potenzielle Alternative zu bestehenden intravenösen Therapien mit monoklonalen Antikörpern gewertet.

Onco-Innovations strebt damit eine Stärkung seiner Wettbewerbsposition gegenüber etablierten Behandlungsmethoden an, wie sie etwa von großen Pharmakonzernen wie Bristol Myers Squibb vermarktet werden.

Parallel zur Pipeline-Erweiterung meldete das Unternehmen Fortschritte bei seinem Hauptprojekt ONC010, einem Nanopartikel-formulierten Hemmstoff der Polonukleotid-Kinase-Phosphatase (PNKP). Der Entwicklungspartner Nanosoft Polymers identifizierte vorletzte Woche Mittwoch einen zinnfreien Katalysator für die Polymersynthese, was den Herstellungsprozess optimieren soll.

In Zusammenarbeit mit Dalton Pharma Services konnte zudem eine Charge des Wirkstoffs im Entwicklungsmaßstab von 300 Gramm mit einer Reinheit von 99,3 Prozent fertiggestellt werden. Weitere bioanalytische Studien sowie Untersuchungen zum Stoffwechsel (ADME-Studien) wurden bereits eingeleitet, um das Design künftiger Toxikologiestudien vorzubereiten.

Finanzielle Lage und Insider-Aktivitäten

Trotz der klinischen und strategischen Fortschritte bleibt die wirtschaftliche Situation des Unternehmens angespannt. Im Geschäftsjahr, das am 30. April endete, erzielte Onco-Innovations einen Umsatz von 0,11 Millionen CAD, während der Nettoverlust bei 10,78 Millionen CAD lag.

Die verantwortlichen Wirtschaftsprüfer äußerten im Rahmen der Bilanzvorlage Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung der Geschäftstätigkeit („Going Concern“). Zur kurzfristigen Liquiditätssicherung trug eine Finanzierung in Höhe von 5 Millionen CAD bei, die Ende Juli von Sorbie Bornholm LP und Sorbie Investments LLP bereitgestellt wurde.

In diesem volatilen Umfeld wurden am vergangenen Dienstag insgesamt zwölf regulatorische Meldungen im System für die elektronische Offenlegung durch Insider (SEDI) registriert. Diese betreffen Transaktionen von Führungskräften, darunter Chief Executive Officer Thomas Gerald O’Shaughnessy und Chief Medical Officer Islam G. Mohamed.

An der Börse spiegelte sich die angespannte Lage zuletzt in einem deutlichen Kursrückgang wider: Die Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 59 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 0,3505 Euro und notiert damit derzeit rund 13 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.

Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den Zeitraum vom 12. bis 15. September, wenn Onco-Innovations aktuelle Daten zu seiner Pipeline und den geplanten Kombinationstherapien auf der World Conference on Lung Cancer (WCLC) präsentieren will.