Onco-Innovations meldet neue Fortschritte bei der Entwicklung seines Krebs-Wirkstoffs ONC010. Die Aktie interessiert das kaum. Während das Unternehmen an der Fertigungskette bastelt, rutscht der Kurs weiter ab.

Neue Partnerschaft für die Wirkstoffplattform

Onco-Innovations hat mit Nanosoft Polymers eine neue Zusammenarbeit gestartet. Das Unternehmen arbeitet an der Polymer-Prozessentwicklung für ONC010, seinen nanopartikel-basierten PNKP-Hemmer gegen Krebszellen.

Die Arbeiten umfassen mehrere Bereiche. Dazu zählen die Optimierung der Polymersynthese, neue Analysemethoden, die Bestimmung des Molekulargewichts sowie Aufreinigungsstrategien. Auch die Skalierbarkeit für die spätere Fertigung steht auf der Liste.

Ziel ist eine reproduzierbare Polymer-Plattform. Sie soll künftige Formulierung, Fertigung und die regulatorische Zulassung absichern. Onco-Innovations erwartet, dass Nanosofts Know-how in der Nanopartikel-Wirkstoffabgabe die technische Basis von ONC010 stärkt und den Weg zur GMP-konformen Produktion ebnet.

Ein Baustein unter vielen

Die Nanosoft-Kooperation reiht sich in eine Serie von Fertigungsschritten ein. Erst kürzlich meldete Onco-Innovations einen Meilenstein: den Sprung zur Kilogramm-Skala bei der Produktion des Wirkstoffs für ONC010. Die neue Absichtserklärung mit Nanosoft soll nun die Formulierungsarbeit vertiefen.

Onco-Innovations setzt dabei auf mehrere Spezialpartner gleichzeitig. Bereits Anfang des Jahres holte sich das Unternehmen Nucro-Technics ins Boot. Die Firma unterstützt bei bioanalytischen Methoden, die später für Zulassungsanträge und die klinische Planung wichtig werden.

Die wissenschaftliche Grundlage bleibt dabei durchgängig: Onco-Innovations entwickelt eine neue Klasse von DNA-Reparatur-Hemmern. Die sogenannten PNKP-Inhibitoren sollen Krebszellen daran hindern, DNA-Schäden zu reparieren.

Präklinische Phase, Phase 1 erst 2026 geplant

Trotz der Flut an Fertigungsnews steckt Onco-Innovations weiterhin in der präklinischen Phase. Das Unternehmen arbeitet aktuell an den sogenannten IND-Voraussetzungen — dem aufwendigen Prozess, der jeder klinischen Studie am Menschen vorausgeht.

Die jüngste Skalierung der Wirkstoffproduktion und die neue Tochtergesellschaft in Australien deuten aber in eine Richtung: Onco-Innovations will die erste Studie am Menschen, Phase 1, bis Ende 2026 starten.

Der Kurs bewegt sich in die Gegenrichtung

Während das Unternehmen operative Fortschritte vermeldet, gerät die Aktie zunehmend unter Druck. In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier rund 10,33 Prozent. Seit Mitte Mai 2026 summiert sich der 30-Tage-Verlust auf 26,79 Prozent.

Der Blick auf die längere Frist fällt noch deutlicher aus. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 1,57 Euro, erreicht Ende Juni 2025. Aktuell notiert die Aktie damit rund 68,76 Prozent unter diesem Höchststand, auf Jahressicht steht ein Minus von 48,10 Prozent zu Buche.

Die Fertigungsfortschritte bei ONC010 markieren für Onco-Innovations einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Zulassungsanträgen und klinischen Studien. Ob sich diese präklinischen Meilensteine tatsächlich in einen IND-Antrag und den Start von Phase 1 später im Jahr übersetzen lassen, wird sich erst zeigen, wenn die Behördenunterlagen eingereicht sind.