Ondas Holdings hat DZYNE Technologies für rund 875,8 Millionen Dollar übernommen. Die Transaktion wurde im Juli 2026 abgeschlossen. Mit ihr entsteht eine neue Sparte namens „Ondas Sentinel“ — und ein Konzern, der sich als Verteidigungs- und Autonomie-Player neu positionieren will.

Die Aktie notiert aktuell bei 6,71 Euro, ein Plus von 0,90 Prozent zum Vortag. Der Kurs bleibt damit fast 49 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro aus dem Januar. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von fast 348 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hingegen ein Minus von 28,54 Prozent.

Sentinel bündelt Drohnen- und ISR-Technologie

Ondas Sentinel vereint DZYNE mit den bestehenden World-View-Aktivitäten des Konzerns. Die neue Sparte soll als Plattform für autonome Verteidigungssysteme dienen. Im Zentrum stehen dauerhafte Aufklärung, Luftsicherheit und autonome Einsatzmittel.

Finanziert wurde der Kauf über 200 Millionen Dollar in bar sowie rund 85 Millionen neue Ondas-Aktien. DZYNE-Aktionäre halten dadurch künftig etwa 13,8 Prozent an Ondas Holdings. Mehr als die Hälfte dieser Aktien — etwa 45 Millionen Stück — unterliegt einer sechsmonatigen Haltefrist. Diese Sperre soll den Markt vor einer sofortigen Verkaufswelle schützen.

Umsatzprognose springt deutlich nach oben

Das Management hat die Umsatzprognose für 2026 kräftig angehoben. Statt bisher 390 Millionen Dollar erwartet Ondas nun mindestens 525 Millionen Dollar.

DZYNE allein soll 2026 rund 191 Millionen Dollar beisteuern. Für 2027 rechnet der Konzern mit über 300 Millionen Dollar aus dieser Sparte. DZYNE arbeitet bereits profitabel auf EBITDA-Basis. Für 2027 peilt das Management eine EBITDA-Marge im mittleren Zehnerbereich an, bis 2028 soll sie auf die mittleren 20 Prozent steigen.

Technologie-Portfolio wächst deutlich

Mit der Übernahme kommt auch die KI-Plattform SkyWeaver ins Haus, entwickelt in Zusammenarbeit mit Palantir. Dazu zählen die ISR-Systeme ULTRA sowie die Anti-Drohnen-Technologie IonStrike für hochausdauernde Aufklärungsmissionen.

Zum Ende des zweiten Quartals 2026 präsentiert sich das Auftragsbuch so:

  • Gesamter Vertriebspipeline-Wert: 1,5 Milliarden Dollar
  • Auftragsbestand: 111 Millionen Dollar
  • Neue Aufträge im zweiten Quartal: über 150 Millionen Dollar

Hohe Shortquote trifft auf positive Prognose

Die fundamentale Story wirkt stark. Der Markt reagiert trotzdem gespalten. Die Shortquote liegt bei etwa 35,71 Prozent — ein beträchtlicher Teil der Anleger wettet also weiter auf fallende Kurse oder positioniert sich für einen möglichen Short Squeeze.

Das Handelsvolumen war in den Tagen vor Abschluss des Deals außergewöhnlich hoch, mit über 312 Millionen gehandelten Aktien. Der RSI von 37,6 signalisiert eine angeschlagene, aber nicht überverkaufte Marktlage. Der Kurs liegt zudem rund 19 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,32 Euro.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Integration von Sentinel operativ reibungslos gelingt. Entscheidend wird sein, ob Ondas sein Umsatzziel von 525 Millionen Dollar für 2026 tatsächlich erreicht — und ob die auslaufende Haltefrist der DZYNE-Aktionäre im Januar 2027 neuen Verkaufsdruck erzeugt.