Mit einer weitreichenden Weichenstellung im US-Bundesstaat Texas baut der Energiekonzern ONEOK seine Marktstellung im Midstream-Sektor deutlich aus. Das an der New York Stock Exchange notierte Unternehmen brachte den Kauf der Erdgas-Sammel- und Verarbeitungsanlagen von Brazos Midstream im Permian-Midland-Becken zum Abschluss. Für die Übernahme flossen rund 4,425 Milliarden US-Dollar in bar.

An den Finanzmärkten sorgte der Ausbau für Rückenwind. Die ONEOK-Aktie verzeichnete ein Kursplus von 2,9 Prozent auf 90,60 US-Dollar, nachdem das Papier gestern noch bei 88,05 US-Dollar aus dem Handel gegangen war.

Verdopplung der Verarbeitungskapazitäten

Durch die vollzogene Transaktion verdoppelt ONEOK die eigene Präsenz in der Förderregion mehr als. Einschließlich der aktuell im Bau befindlichen Anlagen klettert die gesamte Verarbeitungskapazität im Midland-Becken auf rund 2,3 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Brazos Midstream übergab im Zuge des Verkaufs rund 700 Meilen an aktiven Sammelleitungen sowie eine Verarbeitungskapazität von rund 1,1 Milliarden Kubikfuß täglich.

Für Stabilität bei den künftigen Erträgen soll die vertragliche Basis sorgen. Das erworbene System stützt sich auf rund 600.000 Acres, die über langfristige Festpreisverträge an das Leitungsnetz gebunden sind. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit dieser Vereinbarungen liegt bei mehr als zwölf Jahren, was dem Betreiber gut kalkulierbare Cashflows sichert.

Solide Finanzierung und Bilanzdisziplin

Die Transaktion fügt sich in eine breiter angelegte Kapitalstrategie ein. Zur Finanzierung trug eine nicht stimmberechtigte Minderheitsbeteiligung von Apollo Global Management über 9 Milliarden US-Dollar bei, deren interne Verzinsung in den ersten neun Jahren auf 7 Prozent begrenzt ist. Parallel dazu beabsichtigt ONEOK, Verbindlichkeiten in Höhe von rund 5 Milliarden US-Dollar zu tilgen.

Für das Gesamtjahr 2027 peilt das Management eine Pro-forma-Verschuldungsquote von rund 3,25x EBITDA an. Bei den operativen Kennziffern stellte das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2026 zuletzt ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 8,2 bis 8,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die geplanten Investitionen beziffert der Konzern auf 2,7 bis 3,2 Milliarden US-Dollar.

Zahlen für das dritte Quartal stehen bevor

Klarheit über den weiteren Geschäftsverlauf versprechen die anstehenden Quartalszahlen. ONEOK wird den Bericht für das dritte Quartal 2026 am 27. Oktober nach Börsenschluss vorlegen. Die Telefonkonferenz für Investoren und Analysten folgt am 28. Oktober.

Im zweiten Quartal 2026 hatte der Konzern den Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 967 Millionen US-Dollar gesteigert. Das bereinigte EBITDA wuchs im selben Zeitraum um 7 Prozent auf 2,12 Milliarden US-Dollar. Neben dem Zukauf im Permian-Becken meldete das Management zudem die mechanische Fertigstellung der Greater-Denver-Pipeline-Erweiterung für Raffinerieprodukte, die Anfang August abgeschlossen wurde.