Mehr Regionen, mehr KI-Fähigkeiten, mehr Kapital — und gleichzeitig ein massiver Stellenabbau. Oracle liefert dieser Tage ein Bild voller Widersprüche, das Anleger offenbar nicht schreckt: Die Aktie legte zuletzt kräftig zu.
Globale Infrastruktur für KI-Datenbanken
Am Mittwoch gab Oracle die deutliche Ausweitung seiner Partnerschaft mit Google Cloud bekannt. Der Dienst Oracle AI Database@Google Cloud ist nun in 15 Regionen weltweit verfügbar — darunter Frankfurt, London, Tokio, Sydney, Mumbai und Toronto. Turin und Mexiko sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate folgen.
Technisch sticht vor allem die allgemeine Verfügbarkeit von OCI GoldenGate hervor. Das Tool ermöglicht Echtzeit-Datenbankmigrationen und verbindet sich mit Google BigQuery für Near-Realtime-Analysen. Hinzu kommt die Integration des Oracle Autonomous AI Lakehouse mit Google BigLake — Unternehmen können damit plattformübergreifend auf Daten in offenen Formaten wie Iceberg zugreifen. Für gemeinsame Kunden beider Konzerne steht außerdem der Oracle AI Database Agent for Gemini Enterprise bereit: Er erlaubt Datenbankabfragen in natürlicher Sprache statt klassischem SQL.
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Stellenabbau trifft auf Investitionsoffensive
Hinter der Expansionsstrategie verbirgt sich ein harter Umbau. Berichten zufolge sind in Indien rund 12.000 Stellen weggefallen; unkonfirmierte Branchenquellen sprechen von bis zu 30.000 betroffenen Positionen weltweit. Oracle verlagert Kapital konsequent in Richtung KI-Infrastruktur: Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar — gegenüber einer früheren Planung von 35 Milliarden Dollar. Die Restrukturierungskosten werden auf bis zu 2,1 Milliarden Dollar geschätzt.
Das Wachstum gibt dem Kurs Rückenwind. Im dritten Fiskalquartal 2026 erzielte Oracle einen Umsatz von 17,19 Milliarden Dollar, ein Plus von knapp 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Cloud-Infrastrukturgeschäft (IaaS) wuchs sogar um 68 Prozent. Der Auftragsbestand — gemessen an den verbleibenden Leistungsverpflichtungen — erreichte einen Rekordwert von 553 Milliarden Dollar, darunter ein Ende 2025 unterzeichneter Vertrag mit OpenAI im Volumen von 300 Milliarden Dollar.
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Kurs erholt sich, bleibt aber unter Hochs
An der Börse spiegelt sich die gemischte Lage wider. Die Oracle-Aktie notiert aktuell bei 161,26 Euro, ein Tagesplus von 2,71 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen hat der Kurs mehr als 21 Prozent zugelegt — liegt aber noch rund 43 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro vom September 2025. Analysten von CreditSights und Guggenheim bewerten die Aktie positiv und verweisen auf den starken Auftragsbestand; die hohe Kapitalintensität des KI-Ausbaus bleibt für einen Teil des Marktes ein Unsicherheitsfaktor.
Für das vierte Fiskalquartal 2026 erwartet das Management einen Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar. Langfristig peilt Oracle bis 2030 einen Jahresumsatz von 225 Milliarden Dollar an — getragen von einem prognostizierten jährlichen Wachstum von 31 Prozent im Cloud-Infrastrukturbereich.
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