Oracle: 27% Sprung nach OCI-AWS-Link

Oracle verzeichnet dank KI-Fokus und Cloud-Partnerschaften einen Auftragsbestand von über 500 Milliarden Dollar, während die Verschuldung auf 130 Milliarden steigt.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Cloud-Öffnung für Amazon und Google
  • Auftragsbestand explodiert auf 553 Milliarden
  • Schuldenlast übersteigt 130 Milliarden Dollar
  • Analysten sehen Kurspotenzial bei Oracle

Ein Auftragsbestand von über einer halben Billion Dollar trifft auf einen massiven Schuldenberg. Bei Oracle vollzieht sich aktuell ein radikaler Umbau zur KI-zentrierten Cloud-Plattform. Der Softwarekonzern öffnet sein Ökosystem für die größten Konkurrenten und zieht damit neue Großkunden an.

Multicloud-Strategie als Kurstreiber

Seit dem Mehrjahrestief im Februar hat sich das Papier deutlich erholt. Im vergangenen Monat verbuchte die Aktie einen Wertzuwachs von 22 Prozent. Daran ändert auch der leichte Kursrückgang auf 155,92 Euro am Donnerstag wenig.

Den entscheidenden Impuls für diese Aufholjagd lieferte eine strategische Öffnung. Oracle Cloud Infrastructure verbindet sich künftig über eine direkte Hochgeschwindigkeitsleitung mit Amazon Web Services. Ein solcher direkter Link senkt die Hürden für Großkunden erheblich. Sie können Arbeitslasten nun nahtlos zwischen beiden Clouds verschieben und KI-Modelle dort ausführen, wo sie am effizientesten arbeiten.

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Parallel dazu weitet der Konzern seine Partnerschaft mit Google Cloud aus. Im Zentrum steht der neue KI-Datenbank-Agent für Gemini Enterprise. Er ermöglicht eine intuitive Interaktion mit Datenbanken über natürliche Sprache. Abseits der Infrastruktur rüstet das Unternehmen auch auf der Anwendungsebene auf. Im April präsentierte das Management neue KI-gestützte Werkzeuge für die hauseigene Cloud-Umgebung. Diese Agenten greifen direkt auf Unternehmensdaten zu und automatisieren Prozesse in Bereichen wie Finanzen oder Personalwesen in Echtzeit.

Rekordaufträge treffen auf hohe Schulden

Das fundamentale Fundament lieferten die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Der Gesamtumsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Das reine Cloud-Geschäft wuchs sogar fast doppelt so schnell.

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Ein genauerer Blick auf die Auftragsbücher offenbart die Dimension des KI-Booms. Der verbleibende Auftragsbestand explodierte im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind großvolumige Verträge mit Akteuren wie OpenAI, Meta und xAI.

Dieser Expansion steht eine stark belastete Bilanz gegenüber. Die enormen Investitionen in neue KI-Rechenzentren drücken den freien Cashflow ins Minus. Inzwischen übersteigen die Verbindlichkeiten die Marke von 130 Milliarden Dollar. Marktbeobachter rechnen damit, dass diese finanzielle Belastung noch bis mindestens zum Geschäftsjahr 2028 anhalten wird.

Die Analystengemeinde blendet diese Bilanzrisiken weitgehend aus. Im Schnitt empfehlen 35 Experten die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 261 US-Dollar. Ein unaufgefordertes Mini-Übernahmeangebot der Investmentfirma TRC Capital unter dem aktuellen Marktpreis sorgt derweil nur für kurzes Rauschen. Das Management rät Aktionären, die Offerte zu ignorieren. Die primäre Aufgabe des Vorstands besteht nun darin, den massiven Auftragsbestand profitabel abzuarbeiten und die hohen Infrastrukturkosten in zählbare Erträge zu verwandeln.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.