Ein Auftragsbestand von über einer halben Billion Dollar trifft auf einen massiven Schuldenberg. Bei Oracle vollzieht sich aktuell ein radikaler Umbau zur KI-zentrierten Cloud-Plattform. Der Softwarekonzern öffnet sein Ökosystem für die größten Konkurrenten und zieht damit neue Großkunden an.
Multicloud-Strategie als Kurstreiber
Seit dem Mehrjahrestief im Februar hat sich das Papier deutlich erholt. Im vergangenen Monat verbuchte die Aktie einen Wertzuwachs von 22 Prozent. Daran ändert auch der leichte Kursrückgang auf 155,92 Euro am Donnerstag wenig.
Den entscheidenden Impuls für diese Aufholjagd lieferte eine strategische Öffnung. Oracle Cloud Infrastructure verbindet sich künftig über eine direkte Hochgeschwindigkeitsleitung mit Amazon Web Services. Ein solcher direkter Link senkt die Hürden für Großkunden erheblich. Sie können Arbeitslasten nun nahtlos zwischen beiden Clouds verschieben und KI-Modelle dort ausführen, wo sie am effizientesten arbeiten.
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Parallel dazu weitet der Konzern seine Partnerschaft mit Google Cloud aus. Im Zentrum steht der neue KI-Datenbank-Agent für Gemini Enterprise. Er ermöglicht eine intuitive Interaktion mit Datenbanken über natürliche Sprache. Abseits der Infrastruktur rüstet das Unternehmen auch auf der Anwendungsebene auf. Im April präsentierte das Management neue KI-gestützte Werkzeuge für die hauseigene Cloud-Umgebung. Diese Agenten greifen direkt auf Unternehmensdaten zu und automatisieren Prozesse in Bereichen wie Finanzen oder Personalwesen in Echtzeit.
Rekordaufträge treffen auf hohe Schulden
Das fundamentale Fundament lieferten die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Der Gesamtumsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Das reine Cloud-Geschäft wuchs sogar fast doppelt so schnell.
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Ein genauerer Blick auf die Auftragsbücher offenbart die Dimension des KI-Booms. Der verbleibende Auftragsbestand explodierte im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind großvolumige Verträge mit Akteuren wie OpenAI, Meta und xAI.
Dieser Expansion steht eine stark belastete Bilanz gegenüber. Die enormen Investitionen in neue KI-Rechenzentren drücken den freien Cashflow ins Minus. Inzwischen übersteigen die Verbindlichkeiten die Marke von 130 Milliarden Dollar. Marktbeobachter rechnen damit, dass diese finanzielle Belastung noch bis mindestens zum Geschäftsjahr 2028 anhalten wird.
Die Analystengemeinde blendet diese Bilanzrisiken weitgehend aus. Im Schnitt empfehlen 35 Experten die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 261 US-Dollar. Ein unaufgefordertes Mini-Übernahmeangebot der Investmentfirma TRC Capital unter dem aktuellen Marktpreis sorgt derweil nur für kurzes Rauschen. Das Management rät Aktionären, die Offerte zu ignorieren. Die primäre Aufgabe des Vorstands besteht nun darin, den massiven Auftragsbestand profitabel abzuarbeiten und die hohen Infrastrukturkosten in zählbare Erträge zu verwandeln.
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