Oracle verteidigt seinen wichtigsten Kunden öffentlich. Der Markt reagiert allerdings nervös. Ein Medienbericht über verfehlte Wachstumsziele bei OpenAI trifft den Cloud-Giganten an einer empfindlichen Stelle. Die Sorge vor einer gefährlichen Abhängigkeit wächst.
Auslöser der Unruhe ist ein Bericht des Wall Street Journal. Demnach hat der ChatGPT-Entwickler interne Umsatz- und Nutzerziele für 2025 verfehlt. Oracle stellte sich umgehend auf der Plattform X hinter den Partner. Das Management betonte den Fokus auf den rasanten Kapazitätsausbau für die KI-Schmiede. Die Beschwichtigung verfehlte ihre Wirkung. Die Oracle-Aktie gab am Dienstag spürbar nach und weitete die Verluste am Mittwoch auf 138,94 Euro aus. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf knapp 17 Prozent.
Klumpenrisiko im Auftragsbuch
Die Marktreaktion offenbart eine strukturelle Schwachstelle. Oracles vertraglich zugesicherte, aber noch nicht verbuchte Umsätze erreichten zuletzt ein Rekordniveau von 553 Milliarden US-Dollar. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf einen einzigen Fünfjahresvertrag mit OpenAI. Das Startup arbeitet bisher nicht profitabel. Fällt dieser Ankerkunde aus oder drosselt das Tempo, gerät Oracles gesamte Wachstumsstory ins Wanken.
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Parallel dazu treibt der Konzern seine Investitionen aggressiv voran. Rund 50 Milliarden Dollar fließen in neue KI-Rechenzentren. Zur Finanzierung hat Oracle bereits frisches Kapital in Milliardenhöhe über Anleihen und Vorzugsaktien aufgenommen. Diese Vorleistungen sind eine gewaltige Wette auf eine Zukunft, die sich erst noch materialisieren muss.
Analysten uneins über die Aussichten
An der Wall Street sorgt der Ausverkauf für gespaltene Meinungen. Wedbush-Analyst Dan Ives hält die Sorgen für überzogen. Er bestätigt sein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 225 Dollar und verweist auf die ausreichende Kapitaldecke von OpenAI. Morgan Stanley nimmt eine vorsichtigere Haltung ein. Die Experten senkten ihr Ziel auf 207 Dollar und stuften die Papiere auf „Equal Weight“ ab. Sie sehen vor allem bei den Margen im Geschäft mit Grafikprozessoren Unsicherheiten.
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Fundamental steht das Unternehmen eigentlich solide da. Im vergangenen Quartal übertraf Oracle mit einem bereinigten Gewinn von 1,79 Dollar je Aktie die Erwartungen. Auch der Ausblick auf ein kräftiges Umsatzwachstum im laufenden Vierteljahr stützt das Bullen-Lager.
Charttechnisch zeichnet sich ein trüberes Bild ab. Der Kurs notiert deutlich unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Ein RSI-Wert von 26,5 signalisiert mittlerweile eine stark überverkaufte Situation.
Die kommenden Monate verlangen von Oracle einen schwierigen Spagat. Der Konzern muss beweisen, dass sich der gigantische Auftragsbestand planmäßig in harte Umsätze verwandelt. Solange Zweifel an der finanziellen Zugkraft von OpenAI bestehen, bleibt die Oracle-Aktie anfällig für Rückschläge im KI-Sektor.
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