Oracle Aktie: 11 Prozent Sprung auf Stargate-Euphorie

Oracles Beteiligung am 300-Milliarden-Dollar-Stargate-Projekt treibt die Aktie. Der Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar begeistert Anleger, birgt aber auch Risiken.

Oracle Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie legt elf Prozent an einem Tag zu
  • Stargate-Projekt als zentraler Kurstreiber
  • Auftragsbestand erreicht 553 Milliarden Dollar
  • Führungswechsel mit neuer Doppelspitze

Oracle hat den Mai mit einem bemerkenswerten Kurssprung beendet. Die Aktie legte zuletzt rund elf Prozent an einem einzigen Handelstag zu — auf Basis von mehr als 41 Millionen gehandelten Titeln. Auf Sieben-Tage-Sicht summiert sich das Plus auf knapp 20 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von über 20 Prozent zu Buche.

Stargate und OpenAI als Kurstreiber

Der Kern der Bewegung liegt in Oracles Rolle beim sogenannten Stargate-AI-Projekt. Das Infrastrukturvorhaben, an dem OpenAI maßgeblich beteiligt ist, hat ein Volumen von rund 300 Milliarden Dollar und zielt auf den Aufbau massiver Rechenzentrumscluster für das Training nächster KI-Generationen ab. Oracle liefert dafür die Cloud-Infrastruktur — und positioniert sich damit als Tier-1-Anbieter im Markt für generative KI.

Das Management bestätigte, dass die Nachfrage nach KI-Trainingskapazitäten in der Oracle Cloud zu einigen der größten Vertragsabschlüsse der Unternehmensgeschichte geführt hat. Der Auftragsbestand beläuft sich inzwischen auf 553 Milliarden Dollar — ein Wert, der Investoren gleichermaßen begeistert und nachdenklich stimmt.

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Backlog als Chance und Risiko

Institutionelle Anleger zeigen klares Interesse: Founders Financial Securities erhöhte seinen Oracle-Anteil im jüngsten Quartal um gut 20 Prozent auf rund 15.800 Aktien. Das Gesamtsentiment gilt als konstruktiv, der Konsens liegt bei „Moderate Buy“.

Allerdings setzen einige Fondsmanager gezielt auf Absicherung über Put-Positionen. Der Grund: Der gigantische Auftragsbestand lässt sich nur dann in Umsatz umwandeln, wenn Oracle tatsächlich im Tempo baut. Rechenzentren brauchen Kühlsysteme und Netzanschlüsse — beides kann sich verzögern. Das Unternehmen trägt dafür aktuell eine Langfristverschuldung von rund 96 Milliarden Dollar, die Investitionsausgaben liegen bei etwa 8,5 Milliarden Dollar pro Quartal. Der freie Cashflow ist zeitweise negativ. Die Zinsdeckungsquote von rund 7,4 signalisiert jedoch, dass Oracle seine Verbindlichkeiten komfortabel bedienen kann.

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Neue Führungsstruktur, multicloud als Differenzierungsmerkmal

Intern vollzieht Oracle einen Führungswechsel: Safra Catz wechselt in den Aufsichtsrat als Executive Vice Chair, während Clay Magouyrk und Mike Sicilia gemeinsam die CEO-Rolle übernehmen. Die Doppelspitze soll die wachsenden Cloud- und Hardware-Geschäfte effizienter steuern.

Strategisch setzt Oracle auf Multicloud-Integration — also die Einbindung seiner Datenbankdienste in AWS, Azure und Google Cloud. Das Cloud-Infrastrukturgeschäft wuchs zuletzt um mehr als 21 Prozent im Jahresvergleich. Mit einem Kurs von rund 200 Euro liegt die Aktie deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, bleibt aber noch knapp 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Ob der Auftragsbestand im erwarteten Tempo in Erlöse mündet, entscheidet darüber, wie viel von der aktuellen Neubewertung Bestand hat.

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