Oracle investiert massiv in Künstliche Intelligenz. Das sorgt für einen Kurseinbruch, der Anleger verunsichert. Die Aktie notiert bei 122,42 Euro – ein Minus von 2,5 Prozent an diesem Donnerstag. Auf Monatssicht summiert sich der Verlust auf knapp 42 Prozent. Der RSI von 26,2 zeigt: Die Aktie ist überverkauft, aber der Abwärtstrend intakt.
Milliardenschwere Expansion verunsichert
Der Kern des Problems: Orangescape verwandelt sich in ein reines KI-Infrastrukturunternehmen. Gemeinsam mit OpenAI, SoftBank und MGX treibt Oracle das „Stargate“-Projekt voran. Die Folge sind explodierende Ausgaben. Für das Geschäftsjahr 2027 plant der Konzern Investitionen von rund 70 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 15 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr.
Um diese Summen zu stemmen, will Oracle 40 Milliarden Dollar an neuen Schulden und Eigenkapital aufnehmen. Die Reaktion der Märkte fiel nüchtern aus. Der freie Cashflow war bereits 2026 negativ – minus 23,69 Milliarden Dollar. Die langfristigen Verbindlichkeiten liegen jenseits der 100-Milliarden-Marke.
Kein Wunder: Anleger fragen sich, wie lange Oracle diesen Kurs durchhalten kann.
Mega-Auftragsbuch – aber kaum kurzfristige Erlöse
Oracle verweist auf einen Rekordauftragsbestand von 638 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 363 Prozent im Jahresvergleich. Der Haken: Nur rund 12 Prozent dieses Volumens sollen im kommenden Jahr in Umsatz münden. Der Großteil sind langfristige Verträge ohne kurzfristige Cash-Wirkung.
Das 10-K-Formular listet zusätzliche Risiken auf: Kunden könnten Verträge nicht verlängern, Bauprojekte sich verzögern oder Stromengpässe den Betrieb neuer Rechenzentren bremsen. All das sind reale Gefahren für ein Unternehmen, das auf Kredit wächst.
KI-Infrastruktur unter kritischen Blicken
Die gesamte Branche steht unter Druck. Analysten und Investoren schauen genauer hin, ob sich die Milliarden für KI-Infrastruktur tatsächlich rechnen. Allein die großen Cloud-Anbieter wollen 2026 über 700 Milliarden Dollar investieren. Die Skepsis wächst, ob diese Summen nachhaltige Renditen bringen.
Einige Marktbeobachter sehen bei Oracle dennoch Potenzial. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18, basierend auf den Gewinnerwartungen, wirkt die Aktie im Branchenvergleich günstig. Die entscheidende Frage bleibt aber: Kann Oracle den Spagat zwischen Wachstumsambitionen und finanzieller Stabilität schaffen? Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob der Milliardenplan aufgeht – oder die Schulden zur Belastung werden.
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