Oracle liefert derzeit eine seltene Mischung: starkes Cloud-Wachstum, prominente KI-Kunden und einen enormen Investitionsbedarf. Genau diese Kombination macht die Aktie wieder spannend. Der Markt sieht die Wachstumsstory, rechnet aber auch die Kosten der Rechenzentrums-Offensive mit ein.
Der Kurs reagiert freundlich. Am Donnerstag steht die Oracle-Aktie bei 165,50 Euro, ein Plus von 2,58 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht liegt sie 5,41 Prozent vorn, bleibt aber unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Institutionelle Investoren bauen aus
Mehrere große Investoren haben ihre Oracle-Positionen erhöht. Fideuram Intesa Sanpaolo Private Banking kaufte 18.192 Aktien im Wert von rund 3,55 Millionen Dollar. Twin Capital Management stockte seine Beteiligung um 9,9 Prozent auf.
Auch Vanguard und American Century meldeten höhere Bestände. Der Anteil institutioneller Investoren liegt damit bei rund 42,44 Prozent. Das ist kein Kaufsignal für sich, zeigt aber: Große Adressen bleiben bei Oracle engagiert, obwohl die Aktie seit ihrem Hoch deutlich zurückgekommen ist.
Parallel dazu gewinnt Oracles KI-Datenplattform Fusion Data Intelligence an Reichweite. Heathrow nutzt die Lösung ebenso wie MTN, der größte Mobilfunkanbieter Afrikas. Damit landet Oracle nicht nur in klassischen IT-Abteilungen, sondern in operativen Kernprozessen großer Konzerne.
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KI-Plattform gewinnt Großkunden
Heathrow verarbeitet jährlich rund 85 Millionen Passagiere. MTN kommt auf etwa 300 Millionen Kunden. Beide Größenordnungen zeigen, worum es Oracle geht: Datenplattformen, die in komplexen Lieferketten und Personalprozessen KI-gestützte Entscheidungen beschleunigen.
Ein weiterer Baustein ist Oracle Database 23.7. Die neue Funktion „Select AI“ erlaubt Abfragen in natürlicher Sprache direkt in der Datenbankumgebung. Für Kunden senkt das die Hürde, KI-Funktionen in bestehende Systeme einzubauen.
Das ist für Oracle strategisch wichtig. Der Konzern verkauft nicht nur Cloud-Kapazität, sondern versucht, Datenbank, Analyse und KI enger zu verzahnen. Je tiefer diese Systeme in Geschäftsprozesse rutschen, desto stabiler können die Umsätze werden.
Wachstum hat seinen Preis
Die Zahlen stützen die Wachstumsstory. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz auf 17,19 Milliarden Dollar, ein Plus von 21,7 Prozent. Der Cloud-Umsatz legte um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu.
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Besonders stark bleibt das Infrastrukturgeschäft. Die Erlöse mit Infrastructure-as-a-Service sprangen um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Die noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen lagen bei 553 Milliarden Dollar, gestützt durch langfristige KI-Infrastrukturverträge, darunter eine große Partnerschaft mit OpenAI.
Allerdings ist dieses Wachstum kapitalintensiv. Oracle plant im Geschäftsjahr 2026 Investitionen von 50 Milliarden Dollar, vor allem für den Ausbau globaler Rechenzentren. Der freie Cashflow war auf Sicht der vergangenen zwölf Monate mit 24,7 Milliarden Dollar negativ.
Genau hier liegt der Kernkonflikt. Oracle wächst schnell in einem Markt, der von KI-Nachfrage getrieben wird. Der Konzern muss dafür aber massiv vorfinanzieren, bevor sich die langfristigen Verträge vollständig in Cashflow niederschlagen.
Analysten bleiben mehrheitlich konstruktiv. Wedbush nennt ein Kursziel von 275 Dollar, Guggenheim geht mit 400 Dollar noch deutlich höher. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“, also einer vorsichtig positiven Einschätzung.
Für das vierte Quartal erwartet das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar. Langfristig peilt Oracle für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar an. Im Juni kommen die nächsten Quartalszahlen — dann rückt vor allem in den Vordergrund, ob das Cloud-Wachstum die hohen Investitionen weiter rechtfertigt.
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