Am Dienstag hat Oracle sein Portfolio zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und zur Einhaltung von Compliance-Vorgaben erweitert. Die Sparte Oracle Financial Services erhält mit den Lösungen Oracle Nexus Case Flow und Oracle Nexus Reach neue Funktionen, die auf agentenbasierter künstlicher Intelligenz aufbauen. Diese sollen Arbeitsabläufe bei internen Untersuchungen in Finanzinstituten automatisieren und beschleunigen.

Die Programmerweiterung folgt auf einen weiteren Ausbau im Finanzbereich aus der vergangenen Woche. Am 23. September integrierte das Unternehmen Zahlungsabwicklungen wie Oracle Banking Payments und das Swift Ledger in sein Angebot Digital Assets Data Nexus, ergänzt um KI-gestützte Überwachungssysteme und Kontrollmechanismen für Smart Contracts.

Zudem schloss der Konzern am 22. September eine Partnerschaft mit Wipro Limited, um Dienstleistungen für die Pharmakovigilanz über Oracle Life Sciences Argus bereitzustellen.

Verzögerungen bei Rechenzentrumsprojekt belasten

Die jüngste Softwareoffensive steht vor dem Hintergrund operativer Herausforderungen beim Ausbau der physischen Infrastruktur. Am 24. September wurde bekannt, dass Oracle eine Mitteilung über höhere Gewalt an Stack Infrastructure gerichtet hat, eine Einheit von Blue Owl Capital. Gegenstand ist der Rechenzentrumscampus Project Jupiter im US-Bundesstaat New Mexico.

Medienberichten zufolge reagierten Anleger mit Sorge über mögliche Projektverzögerungen und die Risiken hoher Investitionen in die KI-Infrastruktur. Am Tag des Bekanntwerdens gab die Aktie um 3,5 Prozent nach.

Parallel dazu gab es Medienberichte über Restrukturierungsmaßnahmen, in deren Rahmen unbestätigten Schätzungen zufolge zwischen 5.000 und 8.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten, während das Unternehmen die Rekrutierung für Rechenzentren und KI-Rollen fortsetzt.

Analysten bewerten Rückschlag als temporär

Trotz der gemeldeten Verzögerungen bei der Infrastruktur bleiben Branchenbeobachter zuversichtlich für den Software- und Cloud-Konzern. Am 24. September bekräftigte Analyst Kirk Materne von Evercore ISI seine Kaufempfehlung für die Aktie und stufte die Probleme rund um das Rechenzentrum in New Mexico als vorübergehenden Rückschlag ein.

Bereits am 21. September hatte Paul Chew vom Analysehaus Phillip Securities seine Einstufung mit „Buy“ bestätigt. Er passte das Kursziel für den Titel allerdings von zuvor $237 auf $225 an.

An der Börse spiegeln sich die operativen Hürden des laufenden Jahres deutlich wider. Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 121,24 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Rückgang von 27 Prozent und liegt zudem 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.